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Zu Moby Dick und Bartleby.

Auf Bens ausführlichen Lektürebericht über Melville/Rathjens Moby Dick hin schrieb ich:

Dass Moby Dick als Mythos auch demjenigen bekannt ist, der das Buch nicht gelesen (und vielleicht auch Verfilmungen nicht gesehen) hat, ist schon etwas Besonderes – schön, dass Du uns hier an der Entdeckung dieser Welt teilhaben lässt.

Als ich letztens Bartleby, der Schreiber las, ging’s mir ähnlich: den wesentlichen Inhalt der Geschichte (ein Mensch weigert sich mit der Begründung »Ich möchte lieber nicht« die ihm übertragenen Aufgaben zu erledigen) kannte ich eben schon. Allerdings erwartete ich in meiner Unkenntnis auch in diesem Fall, dass es sich um ein viele hundert Seiten langes Werk handeln müsse – Pustekuchen!: gut 70 Seiten sind’s. Und da wird für mich die Frage nach dem Entstehungsprozess von Moby Dick wieder interessant: wieso wird die eine Geschichte so denkbar knapp, die andere so enzyklopädisch erzählt? Der reine Kern ist doch in jedem Falle kurz.

Vielleicht also das Vorhaben für ein kollaboratives Internet-Schreibprojekt: man schreibe gemeinsam den Bartleby neu: enzyklopädisch, datenbankgestützt, facettenreich das Negieren der Zumutung immer aufs Neue deklinierend und damit ein Abbild des Lohnschreibers heutiger Zeiten liefernd.

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