Anzeigen

fotokasten.de
 

 

Photographie

Zur Semantik des »phi«

Seit der dudengemäßen Ersetzung des aus dem Griechischen stammenden »ph« durch das schnöde »f« hat es sich eingebürgert, mindestens drei Gruppen von Menschen zu unterscheiden: wer gern und bewusst fotografiert, unterscheidet sich schon vom Knipser (»Igitt!«), der bloß farbige Realitätsabzüge braucht, um sich an Tante Metas 85. Geburtstag zu erinnern. Der wahre Adel jedoch photographiert, lichtbildnert: er rezipiert nicht nur fassungslos die Werke der Künstler des Mediums, wie es der dem Knipsen gerade Entwachsene tut, sondern schafft selbst. Die Wesentlichkeit des wahren Kunstwerks wird freilich nicht mit jeder gewollten Photographie erreicht, doch das heiße Bemüh’n lebt: in Merkmalen wie der prunkvollen Kameraausrüstung, die möglichst klangvolle Namen trägt und im gegenüber den APS-Nutzern zur Schau getragenen Bewusstsein, etwas – ja, sagen wir’s ruhig – Besseres zu sein, denn so ist es ja nun! Auf dem Wappenschild des Lichterrecken aber prangt das »ph«.

Es gebührt mir nicht: nein. Ich hab’s wirklich nicht verdient: genau. Ich maße mir etwas an: jawohl.

Aber geben Sie’s doch zu: »Photographie« sieht mit »ph« einfach schöner aus.

Die Apparate

Familienväter sind die, die nie Geld haben, weil sie dauernd Windelgroßpackungen und Kinderbücher kaufen müssen. Daher haben sich bei mir nur ein paar gebraucht erworbene niedrigpreisige Cameras (muss ich auch noch etwas über das »C« schreiben, das der wahre Ausweis ... – okay, ich bin schon still!) angesammelt.

Meist photographiere ich mit meiner Canon T 70 – wohl einer der hässlichsten je konstruierten Cameras überhaupt. Zwei Suppenzooms (35–70 und 50–200 mm) und das Normalobjektiv sind die Ergänzungen, von denen ich das Erstgenannte am meisten nutze.

Rolleicord-Fibel

Wenn ich mir was Gutes tun will, nutze ich meine wohlfeile Rolleicord aus den Fünfzigern: eine phantastische Camera, die mir erstmals das Gefühl fürs quadratische Mittelformat gab.

Zeiss Ikon Nettar>
<p>Ein paar Probephotos habe ich auch mit meiner Zeiss Ikon Nettar, einer billigen 6x9-Camera, geschossen – sie versetzt den Photgraphen zurück in eine Zeit, in der alles ein wenig langsamer ging und die Bilder noch nicht unmittelbar nach dem Abdrücken auf dem Notebook erschienen, um den Abgebildeten ob seiner Erscheinung auf dem Notebook-TFT in Verzückung zu versetzen.</p>

<h2>Die Filme</h2>

<p>Das Schwarzweiß-Photographieren ist ohne eigenes Labor eine unangenehme Sache: einerseits hat es einen besonderen Reiz gerade in einer dem Farbrausch verfallen Welt, andererseits ist man auf Gedeih und Verderb den Zufällen der auf die Erfordernissse der Farbknipserei optimierten Entwicklungsmaschinen ausgesetzt: so manches Photo sieht im Kopf ganz anders aus als auf dem real existierenden Abzug, und das Ergebnis ist oft enttäuschend.</p>

<p>Meist photographiere ich auf Diafilm. Auch dies hat Nachteile, da Abzüge oft nur halb so gut aussehen wie das Bild auf der Leinwand, doch das gemeinsame Betrachten von Diapositiven ist in unserer Familie der einzige ausdauernd geübte Sport.</p>

<h2>Die Photos</h2>

<p>... kommen bei Gelegenheit, wenn ich mal ein wenig Zeit zum Scannen und Nachbearbeiten habe.</p>


	
</div>

<div id=