Seit der dudengemäßen Ersetzung des aus dem Griechischen stammenden »ph« durch das schnöde »f« hat es sich eingebürgert, mindestens drei Gruppen von Menschen zu unterscheiden: wer gern und bewusst fotografiert, unterscheidet sich schon vom Knipser (»Igitt!«), der bloß farbige Realitätsabzüge braucht, um sich an Tante Metas 85. Geburtstag zu erinnern. Der wahre Adel jedoch photographiert, lichtbildnert: er rezipiert nicht nur fassungslos die Werke der Künstler des Mediums, wie es der dem Knipsen gerade Entwachsene tut, sondern schafft selbst. Die Wesentlichkeit des wahren Kunstwerks wird freilich nicht mit jeder gewollten Photographie erreicht, doch das heiße Bemühn lebt: in Merkmalen wie der prunkvollen Kameraausrüstung, die möglichst klangvolle Namen trägt und im gegenüber den APS-Nutzern zur Schau getragenen Bewusstsein, etwas – ja, sagen wirs ruhig – Besseres zu sein, denn so ist es ja nun! Auf dem Wappenschild des Lichterrecken aber prangt das »ph«.
Es gebührt mir nicht: nein. Ich habs wirklich nicht verdient: genau. Ich maße mir etwas an: jawohl.
Aber geben Sies doch zu: »Photographie« sieht mit »ph« einfach schöner aus.
Familienväter sind die, die nie Geld haben, weil sie dauernd Windelgroßpackungen und Kinderbücher kaufen müssen. Daher haben sich bei mir nur ein paar gebraucht erworbene niedrigpreisige Cameras (muss ich auch noch etwas über das »C« schreiben, das der wahre Ausweis ... – okay, ich bin schon still!) angesammelt.
Meist photographiere ich mit meiner Canon T 70 – wohl einer der hässlichsten je konstruierten Cameras überhaupt. Zwei Suppenzooms (35–70 und 50–200 mm) und das Normalobjektiv sind die Ergänzungen, von denen ich das Erstgenannte am meisten nutze.

Wenn ich mir was Gutes tun will, nutze ich meine wohlfeile Rolleicord aus den Fünfzigern: eine phantastische Camera, die mir erstmals das Gefühl fürs quadratische Mittelformat gab.