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Lernen mit der Wikipedia

Seit einiger Zeit denken wir in der Landesberufsschule für Buchhändler etc. über technisch unterstützte Formen des Lernens und Arbeitens in Arbeitsgruppen nach. Lernplattformen wie etwa das kanadische Knowledge Forum sind zum Teil extrem teuer, das Publizieren über Weblog-Systeme (etwa Schoolblogs.com) scheint mir zu wenig Möglichkeiten zu bieten und technisch auch zu anfällig zu sein.

Kollaboratives Lernen in Gruppen erfordert zumindest die Möglichkeit der Überprüfung, wer wann wie lange und mit welchem Ergebnis an einer gemeinsam erarbeiteten Gruppenarbeit mitgewirkt hat, um einen Nachteil der GA – die oftmals ungerecht erscheinende Benotung wegen unterschiedlichen Engagements in der Arbeitsphase – aufzuheben. Technisch muss die Lösung für alle Beteiligten – Lehrer wie Schüler – einfach genug sein, dass auch Unerfahrenen das Publizieren und Ändern Ihrer Ergebnisse möglich ist.

Eine dieser Möglichkeiten ist ein Wiki. Es gibt viele nachteilsbehaftete Formen dieser Idee, etwa solche, die bestimmte orthographische Formen erfordern, damit ein Link erzeugt wird. Es gibt aber auch sehr einfache Formen wie etwa die Wikipedia, die fast als einzige Konvention die doppelten eckigen Klammern kennen – alles andere ist einfacher als bei einer Textverarbeitung, sieht man einmal vom Einfügen von Bildern ab.

Wikipedia-LogoMit einer Buchhandelsklasse möchte ich jetzt versuchen, eine Wiederholungsphase im Unterrichtsgeschehen mit Unterstützung der Wikipedia zu gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sind Buchhandelsauszubildende im zweiten Lehrjahr; im Blockunterricht haben sie Grundlagen der Herstellung von Büchern mit den Schwerpunkten Satz, Reproduktion, Druck, Papier und Einband gelernt. Ihre Aufgabe ist es nun, in selbstgewählten Arbeitsgruppen Artikel für die Wikipedia zu verfassen und diese auch eigenständig in die Wikipedia einzustellen. Sie dürfen dabei einschlägige Literatur und auch die verteilten Arbeitspapiere nutzen, müssen aber darauf achten, dass ihre Texte selbst bedachte und formulierte sind. Jede Veränderung wird von der Wikipedia-Software dokumentiert – es ist möglich zu erkennen, wer in welchem Maße zum Ergebnis beigetragen hat.

Weil dies mein erster Versuch mit dieser Arbeitsform ist (und mannigfaltige schulische Hemmnisse im Wege stehen wie das baldige Ende des Unterrichtsblocks, ein Klassenausflug zu Clausen & Bosse etc.), werden die Erfolge möglicherweise noch nicht so großartig sein, doch ein Vorteil der Wikipedia-Organisation ist ja, dass die Artikel fortwährend auch von späteren Schülergruppen (und Dritten) verbessert werden können.

Neben der Wiederholung, die auf die eine oder andere Weise ohnehin stattfinden müsste, ist mir wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich verabschieden von der Vorstellung, »das Internet« sei ein beliebig ausbeutbarer Referatepool. Sie sollen das WWW kennen lernen als einen Informationsfundus, der qualitativ hochwertige Information nur dann bietet, wenn die eigene Bereitschaft zur Mitarbeit besteht. Zudem wird gerade bei einem Projekt wie der Wikipedia deutlich, dass auch kleinste Beiträge das Ganze verbessern helfen.

– Ein Beispiel für einen Artikel über die Linotype-Setzmaschine.

[Update 05.02.2003:] Kurt Jansson hat mich auf zwei Links aufmerksam gemacht, die ich noch nicht kannte: Wiki in der Schule und der entsprechende Wikipedia-Artikel.

[Update 11.02.2003:] Lernen mit der Wikipedia – Ergebnisse



© Hanjo Iwanowitsch 2002–2004. Zuletzt geändert: 07.03.2004; 19:55:40 Uhr.