Über Amazons Marktmacht und vor allem den Versuch, nicht nur Onlineversandhaus, sondern auch Buchverlag zu sein, berichten Maximilian Probst und Kilian Trotier in ihrem nun auch online lesbaren Artikel Gigant ohne Geist.
Juli Zeh und ihr Verleger Klaus Schöffling in einem Gespräch über das Urheberrecht, digitale Medien und das Buch in Zeiten des Internets: »Reich mir mal das E-Book rüber!«
Mit dem Lesen von Zeitungen komme ich ja manchmal nicht hinterher. Jede Woche eine neue Zeit – wie soll das gehen? Erst jetzt fand ich daher in einer älteren Literaturbeilage das Interview Ulrich Greiners mit Peter Handke, in dem sich auch folgende Passage findet:
ZEIT: In Deutschland ziehen viele Autoren nach Berlin, weil sie sich dort Anregungen erhoffen, von anderen Autoren, Verlegern, Intellektuellen.
HANDKE: Anregungen von Verlegern? Da bekomme ich von Hornissen mehr Anregung. Ich lese, das ist mir Kontakt genug.
Wenn ich mit meine Buchhandelsauszubildenden das schwierige Feld der buchverlagsinternen Preiskalkulation bespreche, spielt am Rande auch Heinrich Bölls Klage über die unzureichende Beteiligung des Autors am Verkaufspreis (in »Ende der Bescheidenheit«, aus urheberrechtlichen Gründen nicht online verfügbar) eine Rolle.
Jörg Kantel rechnet nun Bodo Ramelow vor, wieso für ihn bei weiteren Publikationen nur der Verzicht auf Verlagsdienstleistungen in Frage kommt.
Nett daran: auf die in Anbetracht der Tatsache, dass ihr gerade ein mehrbändiges Fachlexikon zur Philosophie vorgestellt wurde, dusselige Erkundigung der das Interview führenden Praktikantin »Ist das nicht sehr abstrakt – in der heutigen Zeit, in der man alles so instant-mäßig haben will?« meint Manfred Meiner nur »Ja, das sind Sie dann bei uns falsch, wenn Sie instant wollen, werden Sie in unserem Programm nicht fündig.« Sie vergewissert sich noch mal: »Das ist nicht Philosophie to go, das ist hardcore?« Er bestätigt: »Das ist hardcore.«
Himmel! Sie ist bei Meiner! Kann man sich da nicht vorher ein, zwei intelligente Fragen diktieren lassen?
Zur Erinnerung: André Schiffrin schrieb schon im Jahr 2000 über Verlage ohne Verleger – letztendlich haben sich die dort beschriebenen Veränderungen vor allem im Management der Verlage nur fortgesetzt, andere Entwicklungen, vor allem im technischen Bereich (Internet, E-Books) haben das Geschehen beschleunigt.
Wohin das Ganze führt, wissen natürlich wieder nur die Götter.
Hm. Vermutlich bin ich ein Opfer viralen Marketings nach der Überzeugung, auch schlechte Publicity sei Publicity, doch das Bild des Literaturdöners lässt mich einigermaßen ratlos: was soll das? [Via Fontblog]
Über die Buchpreisbindung in Deutschland und die Gefahren für eben diese schreibt Gerhard Beckmann im Spiegel special zur Buchmesse: Missbrauchtes Privileg.