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Arbeiten mit Quellen.

Zu Nina Tollers Artikel Quellen angeben? Das machen wir doch sonst auch nie! schrieb ich in etwa:

Nicht unterschlagen sollte man allerdings ehrlicherweise auch, dass Schüler_innen nach Vorbildern lernen: kaum eine Lehrkraft nennt ihre Quellen für das selbstgefertigte (oder irgendwo heruntergeladene) Arbeitsblatt, für den Textauszug, für die Bilder; von Vollständigkeit ganz zu schweigen. Es geht dabei gar nicht zuerst um Medienkompetenz (gemeint hier: Google bedienen können), sondern zunächst um Transparenz, Nachprüfbarkeit und (im Falle gymnasialer Bildung) wissenschaftspropädeutisches Arbeiten.

Zumindest die Textquellen belege ich, seit ich meine Arbeitsblätter mit TeX setze – weil’s mit BibDesk, dem Literaturverwaltungsprogramm, schön einfach und standardkonform geht und inzwischen eine leicht nutzbare Datenbank entstanden ist, aus der häufiger gebrauchte Quellen leicht zu zitieren sind. (Ähnlich auch in Word zu finden.) Bezüglich der Bilder ist es in vielen Fällen gar nicht so einfach, die Urheber zu finden, denn im Netz kursierende Bilder sind häufig nicht oder nicht korrekt mit entsprechenden Angaben versehen. Das ist natürlich auch nur (m)eine Ausrede (Besserung gelobend).

MacTeX 2016 / TeXLive 2016.

MacTeX 2016 – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. [Via] Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2016 und der Seite zu den neuen Features, insbesondere zum TeX Live Utility, tlmgr und dem nun obsoleten TeX Dist Pref Pane nachzulesen.

Wie gewohnt funktioniert hinterher wieder alles tadellos – am längsten hat (hier in der Provinz) das Herunterladen gedauert.

Insgesamt bewundere ich wieder, wie problemlos diese Updates über die Bühne gehen, bedenkt man die Größe (5,4 GB) und Komplexität des ganzen Systems. Es gilt nach wie vor, was ich früher einmal schrieb. – Was die TeX-Leute zum großen Teil ehrenamtlich arbeitend hinbekommen, schafft so manche kommerziell arbeitende Firma nicht. Stattdessen gibt’s dann einen ggf. zu erhöhenden Marketing-Etat, der Qualität immerhin behauptet.

MacTeX 2015 / TeXLive 2015.

MacTeX 2015 – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2015 nachzulesen.

Wie gewohnt funktioniert hinterher wieder alles tadellos – am längsten hat (hier in der Provinz) das Herunterladen gedauert.

Zu beachten sind ein paar Erläuterungen von Jürgen Fenn zu einem Bugfix (Setup-2015.pkg im Verzeichnis /Applications/TeX) für die kommende Betriebssystemversion OS X 10.11 »El Capitan«.

Insgesamt bewundere ich wieder, wie problemlos diese Updates über die Bühne gehen, bedenkt man die Größe (4,6 GB) und Komplexität des ganzen Systems. Es gilt nach wie vor, was ich früher einmal schrieb. – Was die TeX-Leute zum großen Teil ehrenamtlich arbeitend hinbekommen, schafft so manche kommerziell arbeitende Firma nicht. Stattdessen gibt’s dann einen ggf. zu erhöhenden Marketing-Etat, der Qualität immerhin behauptet.

TeX Live / MacTeX 2014 und betababel.

In einem früheren Beitrag schrieb ich, wie man kurze altgriechische Passagen via betababel in ein TeX-Dokument einbindet. Seit TeX Live bzw. MacTeX 2014 funktioniert das mit dem angegebenen Code nicht mehr wie gewünscht, stattdessen wird die Fehlermeldung »You haven’t defined the language polutonikogreek yet« ausgegeben.

In TeX StackExchange findet sich die Lösung: in die Präambel des Dokuments muss statt

\usepackage[ngerman]{betababel}

nun via babel die Option polutonikogreek eingegeben werden:

\usepackage[polutonikogreek,ngerman]{babel}
\usepackage[ngerman]{betababel}


Dann klappt’s auch mit Parmenides.

Nach BibTeX nun BibLaTeX.

In meinem Unterricht arbeite ich mit Material – Texte, aber auch Abbildungen – aus verschiedensten Quellen; das Unterrichten per Schulbuch habe ich nie so richtig geübt, und so müssen immer wieder Arbeitsblätter erstellt werden.

Für die Schülerinnen und Schüler (S) soll dabei erkennbar sein, woher das jeweilige Material stammt. Schließlich möchte ich, dass auch in ihren Referatpapieren oder abzugebenden Hausarbeiten Quellen belegt werden – das sollte aber sinnvollerweise auch vorgelebt werden. Vielleicht aber ist die eine oder andere Quelle auch über den kurzen im Unterricht behandelten Ausschnitt hinaus nachlesenswert (und ja: ich glaube an S, die entsprechend handeln). Außerdem signalisiere ich so, dass die »Wahrheiten«, die da vorne verkündet werden, keine offenbarten, sondern auch nur erarbeitete sind: der L also ebenso wie die S daran arbeitet, sein Wissen zu erweitern (passt natürlich auch ins erkenntnistheoretische Curriculum: »Wahrheit« als des Irrtums letzter Stand).

Die Arbeitsblätter erstelle ich mit LaTeX, für die Bibliografie habe ich bislang BibTeX genutzt. Letzteres funktioniert zwar noch, wird aber abgelöst durch BibLaTeX (per Paket biblatex), das deutlich flexibler an die Nutzerwünsche anzupassen ist – unter anderem, weil für Zitationen und die erstellte Bibliografie unterschiedliche Stile gewählt werden können.

Weil das Erstellen der Bibliografie im Hintergrund abläuft, muss in der Praxis wenig verändert werden. Statt an der Stelle, an der später die Bibliografie erscheinen soll, per

\bibliographystyle{alphadin}
\bibliography{/Users/name/Documents/Schule/Sonstiges/literaturdatenbank}


den Zitierstil und den Speicherort der eigentlichen Bibliografiedatei anzugeben, geschieht dies nun mit den Zeilen

\usepackage[backend=biber,style=alphabetic]{biblatex}
\addbibresource{/Users/name/Documents/Schule/Sonstiges/literaturdatenbank.bib}


in der Präambel (statt biber kann auch bibtex8 verwendet werden, wenn biber nicht installiert ist) und dem Befehl

\printbibliography

am gewünschten Ort.

Den Stil alphadin, den ich mit BibTeX nutzte, gibt es in BibLaTeX nicht, stattdessen nutze ich zunächst alphabetic. Michael Domhardts din wiederum, dessen Bibliografiestil mir weitgehend zusagt, erzeugt, auch wenn man ihn mit dem Zitierstil alphabetic nutzt, nicht die in den Zitationen gebildeten Kürzel, sodass die Zuordnung Zitationskürzel – Quelle nicht offenkundig ist. So passe ich alphabetic mit einigen Änderungen an den gewohnten Stil an:

Abkürzungen wie ISBN, URL, DOI etc. werden in der erzeugten Bibliografie mit kleinen Kapitälchen geschrieben. Das halte ich für falsch, da es sich um Abkürzungen handelt, die nun einmal in Majuskeln gesetzt werden sollten. Auf Nachfrage bekomme ich in de.comp.text.tex von Rolf Niepraschk den Tip, die Zeile

\renewcommand*{\mkbibacro}[1]{#1}

zusätzlich einzufügen. Das ist zum einen in der Präambel möglich, kann aber, da es sich ja um eine grundsätzliche Entscheidung handelt, auch in der Stildatei geändert werden.

So kann bei dieser Gelegenheit eine Kopie der originalen alphabetic.bbx, der Stildatei, im lokalen texmf-Baum (beim Mac in /Users/name/Library/texmf) angelegt und mit einem eigenen Namen (in meinem Fall alphabetic-h) versehen (und entsprechend in der .tex-Datei referenziert) werden.

Weitere Änderungen habe ich aus Michael Domhardts din.bbx übernommen:

\DeclareNameAlias{default}{last-first}

statt

\DeclareNameAlias{author|editor|translator}{default},

denn bei einer alphabetischen Sortierung der Bibliografie nach Nachnamen ist es auch sinnvoll, den Nachnamen zuerst zu nennen.

Außerdem soll ein Doppelpunkt statt des Punktes nach dem Namen des Autors stehen sowie der Nachname durch Kapitälchen markiert werden. Hierzu füge ich aus Michaels Datei ein:

\renewcommand*{\labelnamepunct}{\addcolon\addspace}

\AtBeginBibliography{%
\renewcommand*{\mkbibnamelast}[1]{\textsc{#1}}% Nachnamen bei Autoren und Herausgebern in Kapitälchen
\renewcommand*{\multinamedelim}{\mbox{ }\addspace\addsemicolon\addspace}% Spatium und Semikolon als Autoren- und Herausgebertrenner
\renewcommand*{\finalnamedelim}{\multinamedelim}% Spatium und Semikolon als Autoren- und Herausgebertrenner
}


Auf diese Weise habe ich jetzt einen BibLaTeX-Bibliografiestil, der weitgehend dem alten BibTeX-alphadin entspricht.

Dank an Rolf und Michael sowie die anderen TeX-Gurus, die mir geholfen haben zu verstehen (denn es gibt auch eine hervorragende Dokumentation des biblatex-Autors Philipp Lehman (sogar eine deutsche Übersetzung derselben von Christine Römer und ihren Studierenden), diverse Erläuterungen von Dominic Waßenhoven etc.).

Rundbrief 46 (2014).

Der neue Rundbrief des Fachverbandes Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein/Hamburg ist, nachdem er unseren Mitgliedern Anfang der Sommerferien zuging, nun auch online verfügbar. Erstellt natürlich wieder mit LaTeX (und Scribus fürs Titelblatt).

(Meinerseits diesmal nur mit zwei kürzeren Artikeln, die ich zuvor schon in diesem Blog veröffentlichte, worauf ich im Rundbrief folglich auch in Randnoten hinweise, die ihrerseits wieder einen Link auf die Artikel enthalten – hier drohen sich seltsame Schleifen zu formen …)

LyX oder LaTeX?

Zu Thomas Raus Bericht über das Arbeiten mit LyX schrieb ich in etwa:

Die Einfachheit von LyX ist eben tatsächlich nur vermeintlich. Ich habe auch damit rumprobiert, mich letztlich aber doch in (La)TeX eingearbeitet, weil mir LyX eher die Nach- als die Vorteile von Textverarbeitung und Textsatzsystem zu vereinen schien. Das Komplizierte an TeX ist in erster Linie die Installation und das Erstellen des ersten Dokuments; wenn das klappt, kann man sich den Rest (ggf. mit der Hilfe von Newsgroups und Foren) peu à peu selbst beibringen.

Für den Schülerbedarf im Computerraum bräuchte man also eine funktionierende LaTeX- Installation und ein Musterdokument, mit dem man gleich losarbeiten kann.

Meine Vorlage (die natürlich für den angedachten Zweck nicht geeignet ist) habe ich hier untergebracht (müsste auch mal wieder aktualisiert werden …).

Realismus ff. und Realität, virtuelle.

Der Artikel erschien in etwas anderer Gestalt und mit geringen Unterschieden zunächst im (natürlich wieder geTeXten) Rundbrief 45 (2013) des Fachverbandes Deutsch im Deutschen Germanistenverband, Landesverband Schleswig-Holstein / Hamburg. Er beschreibt ein Unterrichtsvorhaben im Deutschkurs (erhöhtes Anforderungsprofil [für die Allgemeinbildner: das entspricht vom Stundenumfang her den früheren Leistungskursen (fünf Wochenstunden)]) des 12. Jahrgangs eines Beruflichen Gymnasiums, in dem europäische Literatur zwischen Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts rezipiert und mithilfe digitaler Medien bearbeitet und präsentiert wird. Den zugehörigen Aufgabenbogen für die S, der das Vorhaben skizziert, findest du hier.

Epoche im europäischen Kontext

Eingebettet in den Lehrplan-Kernbereich »Wirklichkeit im Kontext von Sprache, Literatur und Medien – Individuum im Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit« kann der L die Besonderheiten des poetischen Realismus der deutschsprachigen Literatur im Gegensatz zur Praxis des Realismus in anderen Ländern Europas behaupten oder aber die S erfahren lassen. Letzteres sollte in unserem Unterrichtsvorhaben erreicht werden, indem jede(r) S zusätzlich zum obligatorischen Text (in unserem Fall Fontanes Effi Briest) in unterrichtlicher und häuslicher differenzierter Gruppenarbeit ein im Original nicht deutschsprachiges Werk der Zeit liest, bevor es anschließend gemeinsam mit zwei bis drei anderen S bearbeitet und dem Kurs in einer Doppelstunde vorgestellt wird.

Dass der Blick dabei über den Tellerrand des Deutschunterrichts (DU) hinausgeht, ist sinnvoll, weil auf diese Weise Inselwissen stärker konzeptualisiert wird, was den S das Erkennen von Zusammenhängen, aber auch Unterschieden erst ermöglicht. Es geht mithin nicht nur um die Inhalte (»Was muss ich über Charlotte Brontës Jane Eyre wissen?«), sondern um das Entstehen gedanklicher Strukturen (Begrifflichkeit angelehnt an Jean-Pol Martins »Lernen durch Lehren« z. B. hier), die ansonsten allenfalls Mäeutik missverstehend in die S hineinzufragen sind (Gegeneinanderstellen verschiedener Frauenfiguren, Realismuskonzepte, Erzählweisen etc.).

Lebensweltlich-technischer Hintergrund

Befragt nach dem Ursprung der in Effi Briest erzählten Geschichte schrieb Theodor Fontane 1896 in einem Brief an Friedrich Spielhagen, der ebenfalls 1896 einen Roman – Zum Zeitvertreib – über die Ardenne-Affäre veröffentlicht hatte, eine Freundin habe ihm gegenüber vom Scheitern der Ehe von Baron Ardenne gesprochen, ohne dass der Name jedoch genannt worden sei. Fontane fährt fort:

»Übrigens sagte mir Geh. Rat Adler (der Architekt), Gott, das ist ja die Geschichte von dem A. Er hatte es doch herausgetwittert. [Hier nach Wöhrle, Dieter: »Entstehungs- und Textgeschichte«. In: Effi Briest. Frankfurt am Main und Leipzig : Suhrkamp Taschenbuch, 2004 (SBB 47); Hervorhebung von mir.]«

In diesem letzten Wort findet sich durch den heute sofort konnotierten Kurznachrichtendienst eine mögliche Rechtfertigung für die Unterrichtsplanung »Europäische Wirklichkeiten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts im Spiegel digitaler Medienvielfalt«.

Weiter sind natürlich die Bedingungen und Notwendigkeiten des heute durch digitale Medien geprägten Arbeitens nach wie vor dieselben wie ich sie schon in Rundbrief 42 angedeutet hatte und wie sie anderenorts noch ausführlicher nachzulesen sind (siehe hierzu zum Beispiel Deutschunterricht, Heft 3/2013 (Juni)).

Eine weitere Rechtfertigung findet sich im Lehrplan – eine Veröffentlichung, deren Lektüre angesichts der vielen darin beschriebenen Unterrichtsmöglichkeiten gern empfohlen wird: zu sehr lassen wir uns zuweilen gängeln von engen Korridoren ...: an thematischen Schwerpunkten sind benannt beispielsweise »mediale Auftritte von Literatur« sowie die »Auseinandersetzung mit Print- und digitalen Medien«. (Der Lehrplan für allgemeinbildende Gymnasien fordert ebenfalls Beiträge des Faches Deutsch zum »informationstechnologischen Bereich«, die inhaltliche Anbindung gelingt ebenfalls leicht.) Schulische Wirklichkeit bringt allerdings mit sich, dass Computerräume meist durch Informatikkurse belegt sind; DU sich also nicht auf die Verfügbarkeit von Computern und Netzzugang in der Schule verlassen darf. Die Arbeit im Netz muss also mindestens teilweise als Hausaufgabe organisiert werden, was im Falle eines ländlich geprägten kreisweiten Einzugsbereiches neben den Vorteilen schlicht auch die Notwendigkeit des kollaborativen Arbeitens über das Netz verdeutlicht: wenn S 15 km voneinander entfernt wohnen, muss also auf gemeinsamen virtuellen Plattformen gearbeitet werden.

Um den S eine Vorstellung von den Möglichkeiten des Arbeitens zu geben, sind im schuleigenen Wiki die wichtigsten Netzwerkzeuge verlinkt.

Aufgabe

Das ausgewählte Werk soll für die MitS vielfältig erschlossen werden; die Aufgaben hierzu finden sich ebenfalls auf dem AB. Die in den Aufgaben angedeuteten Inhalte sollen in einer Doppelstunde überzeugend präsentiert werden: die S gestalten gemeinsam eine medial vielfältig unterstützte Lernsituation für ihre MitS.

Ergebnisse

Die Ergebnisse unterschieden sich qualitativ natürlich fast ebenso wie eine beliebige Klausur, allerdings entstehen durch die unterschiedlichen Zugangsarten ähnlich wie bei allen offeneren und kreativen Verfahren durchaus außergewöhnliche Produkte, die zudem zum überwiegenden Teil überzeugend präsentiert werden.

Von den S wird der Wechsel der Rolle von Lernenden zu Lehrenden als positiv herausfordernd empfunden – »eine Doppelstunde gestalten« wird von den S anders begriffen als »ein Referat halten« –, ebenso wie die weitgehend selbstgesteuerte Erarbeitung des Buches.

Für die Lehrkraft ergeben sich Möglichkeiten der spezifischen Unterstützung von Gruppen bzw. einzelnen S nach Bedarf. Auch der Ersatz einer Klausur durch die komplexe Lern- und Lehrleistung, die die S erbringen, ist möglich.

Zu den erarbeiteten und vorgestellten Inhalten und Diskussionsgrundlagen gehörten beispielsweise

  • grafisch aufbereitete Figurenkonstellationen und Handlungsverläufe (mit XMind erstellt, wie viele der folgenden Zugänge per Wiki publiziert),
  • grafisch aufbereitete Figurenwandlungen im Handlungsverlauf,
  • grafische Darstellung räumlicher Lebenswege (per Google Maps),
  • differenzierte Auseinandersetzungen um die Frage, was an einem Text realistisch, was naturalistisch sei,
  • Inhaltsangaben in Comicform per Onlinetool,
  • ein tagebuchartiges Blog aus der Sicht der Protagonistin als Äquivalent einer Inhaltsangabe,
  • tabellarische charakterisierende Gegenüberstellungen von Figuren (Jane Eyre vs. Effi Briest),
  • ein Trailer zu einem (nicht existierenden) Spielfilm zu Niels Lyhne,
  • Texte zum Roman des 19. Jahrhunderts, zu Frauen als Autorinnen, zum Schauerroman, zu den Autorinnen und Autoren
  • und vieles mehr.

All dies wird jeweils mit doppelt geweitetem Blick erfasst: zum einen wird die deutschsprachige Literatur als eingebettet in einen europäischen Rahmen begriffen, zum anderen bedeutet die zielgerichtete Arbeit mit den Werkzeugen des Web 2.0 einen Kompetenzzuwachs im Umgang mit dem Schülerinnen und Schülern abseits von Facebook-Chat und Youtube-Videokonsum nach wie vor fremden Teil des Netzes.

LaTeX zu LibreOffice konvertieren.

Merken, Hanjo: Du hast Dir (nach Misserfolgen mit LaTeX2rtf und SimpleTeX4ht) auf Deinem Rechner Pandoc installiert, um LaTeX- in LibreOffice- (oder Word-) Dateien wandeln zu können.

Im Terminal per
cd
ins Arbeitsverzeichnis, sodann
pandoc -f latex -t odt -s -o zieldatei.odt startdatei.tex
.

Weitere Umwandlungsbeispiele hier.

10 Jahre – einige ungeordnete Gedanken.

Vor zehn Jahren hatte ich am 3. Oktober offenbar etwas Zeit übrig und schrieb daher meinen ersten Eintrag in dieses Blog; er begann nicht mit »Hallo Welt!«, sondern mit »Nun, ein Tagebuch.« –, nicht ahnend, dass die Bezeichnung eines Blogs als »Tagebuch« von einigen Bloggern geradezu als Affront empfunden würde ...

Unter der Überschrift »Warum ein Blog?« schrieb ich damals:

Seit einiger Zeit nutze ich meine Homepage sowohl zu privaten als auch zu beruflichen Zwecken: zur Verbreitung von Informationen und Aufgaben (an Schülerinnen und Schüler) sowie als Speicherplatz für Dateien, auf die bestimmte Personen oder auch ich selbst zu bestimmten Zeiten zugreifen können sollen.

Immer wieder kommt es jedoch zu der Situation, dass Informationen, Gedanken, URLs etc., die für den einen oder anderen von Belang sein könnten, auf meinem Schreibtisch verloren gehen: es lohnt sich nicht, sofort eine eigene WWW-Seite zu schreiben, die dann auch noch verlinkt werden muss, daher wird sie erst einmal beiseitegelegt und in einem gelegentlichen Aufräumanfall dem Orkus anheim gegeben.

Diese Inhalte sollen nun eingehen in Den Großen Datenspeicher, auf dass sie dem von Nutzen sein können, der etwas damit anzufangen weiß.

Die WaybackMachine hat die Seite zur Kenntnis genommen: im ursprünglichen RUL-Design und etwas später, angepasst an den Rest meiner Site (der inzwischen im Blog aufgegangen ist).

Wenn ich mein Blog betrachte, sehe ich Interessen in den Vordergrund treten und nach einiger Zeit wieder in den Hintergrund rücken – ein Beispiel ist die Beschäftigung mit den verschiedenen TeX-Spielarten. Mein erstes Posting dazu findet sich 2006, dann begleitet das Blog die Einarbeitung in TeX. Heute, da jedes Arbeitsblatt, das ich an Schüler verteile, geTeXt ist (und die wesentlichen Templates dafür erstellt, Pakete bekannt sind), ich daher täglich mit TextMate als Editor, Skim als Betrachter, BibDesk als Literaturverwaltung und MacTeX als TeX-Distribution arbeite, ist das Schreiben darüber nicht mehr wichtig.

Die Form des Blogs lernte ich bei den Großen von damals kennen: Industrial Technology & Witchcraft, dem Cartoonisten, und zuvörderst beim Schockwellenreiter.

Jeden Tag ein eine riesige Menge an meist techniklastigen Nachrichten: es ist schon einigermaßen erstaunlich, was Jörg, als ich mit dem Bloggen begann, ja schon drei Jahre lang betrieb – noch erstaunlicher und beeindruckender als das heute vielleicht als Retweeten bezeichnete und damit selbstverständlich gewordene Weitertransportieren von Meldungen aus unterschiedlichen Quellen waren allerdings immer seine kulturhistorischen und lokalgeschichtlichen längeren Exkurse; auch die technischen Erläuterungen rund um Radio Userland waren für mich hilfreich (wie übrigens auch die eine oder andere direkte Hilfe per E-Mail).

Mit der Entdeckung der Blogs verbunden war die der RSS-Feeds als Instrument der Publikation und der Lektürehilfe – bei Radio Userland war der Aggregator gleich eingebaut, später habe ich mit NetNewsWire ein geeignetes Leseprogramm gefunden.

(Technik überhaupt: Radio Userland und PageSpinner, WordPress, zur Zeit Serendipity als Blogsoftware, der Übergang von statischen, tabellenbasierten zu CSS-definierten fluiden Layouts, HTML- und zuweilen auch PHP-Gefrickel …)

Dem Vorbild geschuldet war es auch mein Ziel, möglichst viele interessante Seiten im Netz zu finden, sich aufmerksam zu machen auf neue Inhalte etc., auch entstand in diesen Jahren ein relativ enges Netzwerk an Bloggern, die sich gegenseitig förderten, kommentierten, möglichst häufig verlinkten.

Rasch wurde jedoch auch deutlich, dass anderenorts betriebenes Hochleistungsbloggen und hier zentrales Familienleben sich gegenseitig ausschließen – so nahm die Frequenz der Postings ab. In einem durch die Verbreitung des Bloggens schärfer werdenden Wettbewerb um schneller, aufgeregter, provokanter, häufiger etc. mitzutun, zudem auch noch zu kämpfen um eine zunächst noch knappe, aber fordernde Leserschaft, war nicht in meinem Sinne.

Die Spezialblogs waren eine weitere interessante Entwicklung; so gab es eben bald nicht nur Einzelhändler- und Bestatter-, Fernfahrer- und Personenbeförderungs-, sondern eben auch Lehrerweblogs – die freiwillige thematische Selbstbeschränkung ist meine Sache aber nicht, wer will, abonniert eben nur eine Rubrik meines Blogs (und sei’s das ausgegliederte, weil über TrailRunner erzeugte Laufblog).

Auch andere Blogbetreiber bemerkten, dass die bald wachsende Anspruchshaltung der Blog-Konsumenten fragwürdig ist vor dem Hintergrund, dass ein Blog zunächst ein Geschenk ist desjenigen, der andere teilhaben lässt: eine freiwillige Leistung. Derlei Ungeduld ist nicht begründbar, denn meinem RSS-Reader ist es egal, ob er 300 oder 400 Quellen abgrast – er wird das eine Posting, das der Blogautor nach einem Jahr der Stille schreibt, nicht verpassen …

Zur Selbstbestimmung in einem großartigen Medium gehört auch die Muße, Leben genießen zu können ohne den Gedanken an die Verwertung im Blog. Das »Ich möchte lieber nicht« Bartlebys ist die wahre Autarkie.

In Zeiten von Klout und Google AuthorRank, von Abmahnanwälten, Facebook und Spambots habe ich manchmal auch gar keine Lust mehr mitzuschreiben am Netz (es gibt ja genügend anderes zu tun). An anderen Tagen macht’s wieder Laune.

Mal sehen, was wird.

Rundbrief 44 des Fachverbandes Deutsch.

Auch der Rundbrief (44) 2012 des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein steht nun zum Download zur Verfügung.

Wie sich von selbst versteht, bekommen Mitglieder des Verbands eine fein gedruckte Version, die noch viel schöner ist. (Es gibt eine Informationsseite zur Anmeldung im Fachverband mit diversen Kommunikationswegen.)

Außer dem üblichen Editorial vom Redakteurssetzer (oder wie das heißt) gibt’s meinerseits diesmal eine gedruckte Fassung der hier regelmäßig Mitlesenden schon bekannten Kurzserie zur Liebe, dem Leben und der Lyrik sowie einen kleinen Artikel zu Tiny Tales.

(Der Rundbrief ist natürlich wieder gesetzt in LaTeX, Titelseite mit Scribus.)