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Wie geht’s weiter mit der Schule? (3)

Zu den Erkenntnissen Herrn Raus von der Digilern 2012 schrieb ich in etwa:

Danke für die Eindrücke und mitgeteilten Erkenntnisse (in deren Nähe sich meine auch befinden).

Nur noch ein paar Gedanken: Die Realität zeigt, dass das – »Es ist völlig egal, was die meisten Teilnehmer, mich eingeschlossen, wollen oder denken. Entscheidungen fallen anderswo« wahr ist. Andererseits haben schon Generationen Lehrkräfte (nicht immer zum Besten der Schule) gezeigt, dass es ihnen völlig egal ist, was anderswo gewollt oder gedacht wird – die Entscheidung fällt in ihrem Unterricht. Das ist sehr ärgerlich, wenn anderswo Gutes gewollt wird und der Grund für das Beharrungsvermögen in Bequemlichkeit liegt. Ich kenne aber (auch und gerade aus der Lehrerblogosphäre) eben auch viele gute Beispiele, bei denen Lehrkräfte kreativ drauflosprobieren und eine Menge Gutes dabei passiert. Nutzen wir doch unsere Freiheiten!

Ein Smartboard habe ich gerade gestern wieder auf einer Fortbildung in Aktion gesehen. Es musste (wegen Rechnerwechsels) mehrmals kalibriert werden (eine Angelegenheit von einer Minute für einen smartboardkompatiblen Menschen, eine Verzögerung von mehreren Minuten, die vom »nur mal schnell zeigen« abhält, für alle anderen …) und verführt den das Board Bedienenden dazu, sich nur mit dem Board zu unterhalten, da ja alle Bedienelemente dort sind …

Das digitale Schulbuch scheint mir auf eine Katastrophe zuzulaufen - was aber in der Natur der E-Booksache (wie die Verlage es sich vorstellen) liegt: lade ich einen freien Text für 0 Euro auf meinen virtuellen Kindle herunter, kann ich mit dem Text außer Lesen genau gar nichts anstellen. Ich möchte aber mit ihm arbeiten, ihn kopieren, auseinanderpflücken, bei Wordle zu hübschen Wortwolken werden lassen können … stellt aber Amazon ihn zur Verfügung, bezahle ich die Leistung des Zurverfügungsstellens mit seiner Unbrauchbarkeit. So arbeiten letztlich auch alle Verlage. Weil das Buch (in seiner alten Form) so enorm praktisch war, fallen die unnötigen Einschränkungen umso mehr auf. Grummelgrummelgrummel.

Zum digitalen Schulbuch, ...

einem Vorschlag von gleich8, schrieb ich

Die sozialen Probleme, die Du schilderst, sind Realität. Andererseits habe ich auch schon viel von Ideen und Anregungen aus (Lehrer- und anderen) Blogs profitiert und selbst auch das eine oder andere öffentlich gemacht. Es gibt also – wenn auch bei einer Minderheit – durchaus die Bereitschaft, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten.

Dass ich selbst nicht häufiger Unterrichtsdinge, die ich ja sowieso produziere, verfügbar mache, hat einen einfachen Grund: kaum eine meiner Stunden funktioniert ohne urheberrechtliches geschütztes und insofern nicht einfach weitergebbares Material – ob’s nun für einen stummen Impuls durch ein projiziertes Photo oder einen zu bearbeitenden Text oder was auch immer ist (Schulbücher in meinen Fächern Deutsch und Philosophie funktionieren genauso). Und während ich durchaus Motivation verspüre, Unterrichtspraxis in Teilen öffentlich zu machen, verspüre ich so gar keine Motivation, mich mit diesen rechtlichen Regelungen auseinandersetzen zu müssen und / oder gar wegen Nichtbeachtung mit finanziellen Forderungen konfrontiert zu sehen.

Dummerweise sind Skripte wie meines zur Metaphysik nur wenig hilfreich, wenn die darin angeführten Texte erst wieder aus allen möglichen Quellen zusammengesucht werden müssen …


(Leicht redigiert.)