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Gelesen. Murakami.

Haruki Murakami: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede. Übersetzt von Ursula Gräfe. München: btb, 2010.

Ein erfreulich unaufgeregtes Buch, in dem Murakami einerseits darstellt, wie wichtig ihm das Laufen als Ergänzung, Gegenpol und Analogon zum Schreiben ist, andererseits fern von jedweder Eitelkeit zeigt, wie anstrengend das eine wie das andere für ihn ist. Nicht spektakulär, aber angenehm, fast meditativ die Einfachheit des Laufens nachbildend.

Gelesen. Bradbury.

Ray Bradbury: Die Mars-Chroniken. Zürich: Diogenes, 1981.

Update auf den Wunsch eines Herrn hin:

Das Alter ist den zunächst einzeln in den 1940er Jahren erschienenen Geschichten, die unter dem Titel Die Mars-Chroniken zusammengefasst wurden, durchaus anzumerken – und zwar auf eine sehr positive Weise: keine der Geschichten scheint stromlinienförmig auf einen Markt ausgerichtet geschrieben (obwohl sie das ja sind, und es zeigt sich daran, wie sich der Markt zum Schlechten hin weiter entwickelt hat), vielmehr sind sie schräg, von Witz und zuweilen bösem Humor geprägt, und, obwohl von unterschiedlicher Wucht, nie platt.

Mir gefällt besonders die Geschichte »Da oben, mitten in der Luft«, in der das Erstaunen der Weißen im Süden der USA thematisiert wird, die den Auszug der »Nigger« auf den gelobten Mars erst spöttisch-geringschätzig, dann aber zunehmend irritiert und ängstlich beobachten, den einen oder anderen vom Mitgehen abzuhalten versuchen, darin jedoch des Zusammenhalts der Hoffenden und einzelner weißer Sympathisanten wegen scheitern …

Klasse vor allem der literarischen Bezüge wegen ist auch »Usher II«, in der Bradbury auf die Anfänge der McCarthy-Ära in den USA reagiert und gleichzeitig auf Fahrenheit 451 anspielt. Kontrolleure der vermeintlich richtigen Denkungsart werden mit Nachbauten von Poes phantastischen Erfindungen konfrontiert – der Befehlshaber eingemauert:

»Garrett«, sagte Stendahl. »Wissen Sie, warum ich Ihnen das antue? Weil Sie Mr. Poes Bücher verbrannt haben, ohne sie wirklich gelesen zu haben. Sie haben sich mit dem Hinweis anderer Leute begnügt, daß sie verbrannt werden müßten. Denn wenn Sie sie gelesen hätten, wäre Ihnen beim Betreten der Zelle sofort klar gewesen, was ich mit Ihnen vorhatte. Unkenntnis ist verhängnisvoll, Mr. Garrett.«

Und viele andere interessante Ideen – keine naturwissenschaftlich-technisch argumentierende Science-fiction, sondern eher psycho- und soziologische Gedankenspiele.

– Ja, eine Leseempfehlung.

Gelesen. Ibuse.

Masuji Ibuse: Schwarzer Regen. Berlin: Aufbau, 1969.

Shigematsu Shizuma begreift als derzeit wichtigste Aufgabe die angemessene Verheiratung seiner Nichte Yasuko; da sich diese aber zur Zeit des Bombenabwurfs auf Hiroshima in unklarer Nähe zum Geschehen aufhielt, zögern die Heiratsagenten, die für gut situierte Männer die passenden Frauen suchen, denn eines der Opfer der Bombe kommt für sie nicht in Frage.

Shigematsu ordnet deshalb seine Tagebuchnotate über den August 1945 und fasst sie neu zusammen; indem er das unerträgliche Leid schildert, das er in Hiroshima gesehen und auch selbst erlebt hat, hofft er, die Schädigung, die Yasuko davontrug, zu relativieren.

Der wesentliche Teil des Romans besteht aus eben diesen Aufzeichnungen aus der Sicht des Erlebenden, der nicht weiß, welcher Art die Bombe war, die Hiroshima zerstört hat, die unterschiedlichen Auswirkungen – bis hin zur gehässig selbstgerechten Ausgrenzung der Opfer – jedoch in lakonisch scheinender Präzision in fast entschuldigendendem Ton protokolliert, um in Sorge um Yasuko dieser doch noch eine Chance auf eine gesellschaftliche Stellung zu eröffnen. –

Das Wichtigste, was Menschen wissen müssen, steht bereits in Büchern.

Wikis in der Schule.

Zu kubiwahns Artikel Wiki im Unterricht – ein paar Versuche schrieb ich:

Generell halte ich Wikis auch für das am deutlichsten unterschätzte (computergestützte) Werkzeug für die Schule. Dass ich weniger damit arbeite als ich möchte, hängt auch mit der noch zu verbessernden Verfügbarkeit zusammen: wenn man das Wiki zu einer das Lernen begleitenden Plattform machen möchte, bedarf es der dauernden Verfügbarkeit – um nur kurz etwas zu zeigen, möchte ich nicht in den Computerraum gehen (was in den meisten Stunden wegen Auslastung desselben auch gar nicht möglich ist), und ich möchte nicht 80 Minuten Unterricht im Computerraum machen, nur weil ich 10 Minuten ein Arbeitsergebnis zeigen/bearbeiten/was auch immer will.

Gerade das Überarbeiten finde ich als Deutschlehrer am interessantesten, denn der Prozess, der sonst vollkommen verborgen bleibt, wird durch die Versionsgeschichte transparent und nachvollziehbar.

Das einzige Wiki allerdings, das – abgesehen von frühen Versuchen – bei meinen S auch über Jahre genutzt wird, sind die Seiten des Schulwikis zur Internationalen Literatur (in kleinerem Maßstab zur Zukunft des Buchhandels), das meine Buchhandelsauszubildenden mit Inhalten befüllen – aber auch dort steht der diese Leistung fordernde Lehrer dahinter.«

Die Liebe, das Leben und die Lyrik II.

[Zum ersten Teil.]

Balladen werden normalerweise in der Unterstufe der Sek. I eingeführt als eine Art erzählender Lyrik. Als modernes gesungenes Beispiel dient uns Die Ballade von Wolfgang und Brigitte.

Nach dem Hören der Ballade (beim zweiten Mal mit parallel dazu mitlesbarem Text) wurden die Konstellationen unglücklicher Liebe thematisiert, auch die Lebensentwürfe spielten eine Rolle. Schließlich muss auch geklärt werden, wann das Ganze eigentlich spielt – im Text erhält man über die geschilderten Lebensweisen, die Namen der Figuren, aber auch Fakten wie Batikklamotten so einige Hinweise. Dabei bemerke ich, dass vermeintlich Selbstverständliches nicht immer tatsächlich selbstverständlich ist (»Wer ist Bob Dylan?« – Der hier).

Hausaufgabe ist nach dem Sehen des Videos die Beantwortung der Frage nach der Beziehung zwischen der Erzählung der Ballade und der Darstellung des Clips (in der UE vorher thematisierten wir theoretisch und analytisch Literaturverfilmungen).

In der Bearbeitung bemerken wir eine einzige explizite Übereinstimmung, nämlich den von einer Darstellerin des Videos gesprochenen Satz »Ich wollt eigentlich 'nen Schnitt machen / und frei sein« – schon das »Du engst mich ein« wird nicht aus dem Text übernommen. Das Video allerdings illustriert natürlich nicht den Song, sondern stellt eine zweite, korrespondierende Erzählung dagegen; in identischer Erzählzeit haben wir im Falle des Songs eine erzählte Zeit von vielleicht 10, 20 Jahren, im Falle des Videos einen in Stunden messbaren Abend, an dem ein sechzigster Geburtstag gefeiert wird. Die Übereinstimmung des Satzes muss nicht bedeuten, dass die Figuren im Video denen des Songs entsprechen, sie kann auch auf die Konstanz von Sätzen dieser Art in variablen Beziehungen hinweisen. Und so fort – man kann lange sprechen über Text und bewegtes Bild ...

Zum Video selbst übrigens gibt's einen Blogbeitrag drüben bei anmut und demut.

Der modernen Ballade gegenüber stelle ich Schillers »Der Handschuh« – wiederum mit vielfältigen Bezügen, unter anderem zur gestörten Minnesituation: während Reinmars Erzähler aus unserer ersten Kombination den Hierarchieunterschied nicht nur schätzt, sondern feiert, weist Schillers Ritter die spöttische Zuneigung von oben herab und das Spiel mit seinem Leben als unangemessen zurück; der Ritter emanzipiert sich.

Es können wiederholend noch einmal Kennzeichen der Ballade als lyrischer Form angesprochen werden. Daneben gebe ich eine Sammlung rhetorischer Mittel aus, von denen wir einige in »Der Handschuh« wiederfinden – die Sammlung indes wird die S bis zum Abitur begleiten und beispielsweise auch bei der Behandlung journalistischer Texte nach Weihnachten in Begleitung der Zeit für die Schule eine Rolle spielen.

[Zum dritten Teil.]

Die Liebe, das Leben und die Lyrik I.

»Die Liebe, das Leben und die Lyrik« – mit diesem Titel versehen ist eine kurze Lyrikreihe, die ich mit den S in meinem Deutschkurs mit erhöhtem Anforderungsniveau just absolviere.

Der Lehrplan Deutsch für das Berufliche Gymnasium benennt als thematische Schwerpunkte im Kernbereich 1 unter anderen »Literatur des 20. Jahrhunderts am Beispiel epischer und lyrischer Texte«, »untersuchende Analyse literarischer Texte« sowie »Texte zu Identität und jugendlicher Lebenswelt« (ebd., 26).

Leitidee des Lyrikkurses war die Kontrastierung der Form, in der den S Lyrik zumeist begegnet (als Liedtext nämlich, wie ich es als Unterrichtsanregung mal aus einem Workshop bei Harald Bock mitgenommen habe), mit Texten aus verschiedenen Epochen der Literaturgeschichte (die als Thema im Lehrplan nicht verankert ist).

Begonnen haben wir daher mit Immer da wo du bist, bin ich nie von Element of Crime – und zwar zunächst nur als als Text (Sven Regener, den ich auf meinem Arbeitsblatt als Verfasser genannt habe, war den S nicht bekannt, insofern lasen sie den Text als ein Gedicht wie jedes andere).

Nach dem Sammeln erster Eindrücke, die eher die Melancholie, eine düstere Aussage des Textes beschreiben, spiele ich den Song vor, der eine deutlich andere Grundstimmung evoziert als der reine Text – dieser Gegensatz allein kann (da es sich um die Interpretation eines Textes handelt) problematisierend wirken. Es kann nach genauerer Betrachtung des Textes mit seiner inhaltlichen Gliederung (2 mal 4 Verse Illusion, 2 Verse resigniertes/realistisches Erkennen der immer gleichen Situation; diese Aufteilung wird nach dem ersten Durchgang noch 2 mal wiederholt) erkannt werden, dass sich dies auch im Tongeschlecht wiederfindet – allerdings gespiegelt, sodass die (vermeintlich Erfüllung bringende) Illusion in Moll, die (vermeintlich enttäuschende) Realität in Dur erscheint.

In der genaueren Analyse und Interpretation des Textes nahmen S auch die Einschätzung vor, dass sich das erzählende Ich mit der Situation des steten Strebens und Nichterreichens der Angebeteten arrangiert habe – dies war die direkte Vorlage für den nächsten Text, den ich den S mitbrachte, nämlich Reinmar des Alten (von Hagenau): Ich wil allez gâhen (hier die Seite des Codex Manesse) – die Minnesangsituation, in der die Ritter die Nichterreichbarkeit so sehr beklagt wie sich selbst für das Ertragen dieses Leids feiert. Natürlich bekommen die S erst einmal die mittelhochdeutsche Version zu sehen, bevor sie sich an einen Übertragungsversuch machen und letztlich eine Übersetzungsvariante (von Helmut Brackert) lesen.

Inhaltlich thematisieren wir – unterbrochen von Zwischeninformationen zur niederen wie zur hohen Minne, zur Situation von Liebenden im 12./13. Jahrhundert generell, speziell zum Tagelied – die Dominanzsituation, die Überhöhung der Geliebten etc.

Spätestens, wenn die S den Element-of-Crime-Text jetzt nochmals zur Hand nehmen, fällt ihnen die Ähnlichkeit der Situation auf.

[Zum zweiten Teil.]

Gelesen. Brandt.

Jan Brandt: Gegen die Welt. Köln: Dumont, 2011.

Buchpreisträgerbücher wollte ich ja eigentlich nicht mehr lesen, seit Verlage mit so etwas wie der Mittagsfrau Geld verdienen wollen. Nun habe ich aber schon das zweite für den Buchpreis nominierte Buch gelesen und bin wiederum angetan.

Zunächst war ich ja ein wenig grantig: wie kann ein Jungautor einen Roman über ein Städtchen in der norddeutschen Provinz schreiben und die Frechheit besitzen, es Jericho zu nennen, wo doch zumindest der Klang des Wortes dem Jerichow Cresspahls gehört? Aber sei's drum; das Buch ist natürlich ein ganz anderes, das zudem den Anklang an das biblische (!) Jericho nachvollziehbar begründet, und in vielem sehr beeindruckend ist – nicht so sehr in den Referenzen an Schullektüren von Biedermann und die Brandstifter bis zum Besuch der alten Dame, sondern vielmehr in der Schilderung sehr unterschiedlicher Lebensweisen und Interessengebiete, die die vielen wichtigeren und unwichtigeren Figuren prägen. Der Autor kann erzählen – und der Werdegang des Protagonisten, der sich vom Mitläufer zum Ausgestoßenen entwickelt, ist eindrucksvoll grausig normal beschrieben ...

Mithin: eine Leseempfehlung.

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Gelesen. Kämmerlings.

Richard Kämmerlings: Das kurze Glück der Gegenwart. Deutschsprachige Literatur seit '89. Stuttgart: Klett-Cotta, 2011.

Nur in Ausnahmefällen trage ich hier Fach- und Sachliteratur ein; vor allem, weil ich von vielen Büchern (zunächst) nur Teile, zum Beispiel bestimmte Kapitel lese, die ich für irgend etwas (meist Schulbezogenes) brauche. Kämmerlings Überblick über die Literatur seit der Wende ist hier eine Ausnahme, weil er einen klar subjektiven Ansatz bei der Vorstellung der von ihm ausgewählten Titel hat und die Lektüren auch biographisch verortet. Seine Wertungskriterien allerdings legt er offen, und insgesamt ist die thematisch geordnete Präsentation nicht nur kurzweilig, sondern auch mit Gewinn zu lesen. Ich empfehle sie hier also – mindestens als herausfordernde Diskussionsgrundlage im Hinblick auf die vorgestellten Titel – ausdrücklich weiter (auch wenn Kämmerlings die Frechheit besitzt, Juli Zeh zu ignorieren).

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Gelesen. Becker.

Jurek Becker: Schlaflose Tage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1978.

Jurek Beckers Jakob der Lügner steht schon seit Jahrhunderten auf meiner Liste der zu lesenden Bücher, doch irgend etwas hielt mich immer wieder von der Lektüre ab; kürzlich bekam ich Schlaflose Tage empfohlen und habe es jetzt gelesen.

Simrock ist Lehrer (es lohnte, analog zum Schülerroman auch einmal eine Liste der Lehrerromane zusammenzustellen) in der DDR der 70er Jahre. Als er eines Tages Herzbeschwerden verspürt, stellt er sein bisheriges Leben vollkommen in Frage und entdeckt für sich ein der Wahrhaftigkeit verpflichtetes. Damit einher geht eine Revision seines Lehrerbildes und die Formulierung von Leitsätzen:

1. Mein guter Lehrer muß ein Verbündeter der Kinder sein. Nicht in der Absicht, einen pädagogischen Trick anzubringen, nicht wie ein Taschenspieler, der mit Hilfe seines Verbündet-Tuns andere Ziele verfolgt, sondern ohne Vorbehalt. Nur auf Grund der Überzeugung, daß Kinder Verbündete brauchen.

[…]

3. Im Extremfall bereit sein, Konsequenzen zu ziehen […]. Bereit sein, nicht länger Lehrer zu sein, sich mit dieser Bereitschaft Bewegungsfreiheit verschaffen. […]

4. Er muß sich den Kindern verantwortlich fühlen, mehr als der Schulbehörde. Über den vielgebrauchten Satz, die Schule sei dazu da, die Kinder aufs leben vorzubereiten, darf er nicht vergessen, daß die Gegenwart ja schon das Lebend er Kinder ist. Daß sie schließlich nicht Tote sind, die erst zum Leben erweckt werden müssen.

[…]

8. Es wird geschehen, daß seine Ansichten von denen abweichen, die er laut Lehrplan den Kindern vorzutragen hat. […] Wie sich verhalten? Nur die andere Ansicht sagen? Oder nur die eigene? Oder beide? Wahrscheinlich gibt s keinen anderen Weg, als den Kindern zu erklären, wie Überzeugungen zustandekommen: nicht nur aus Urteilen, sondern auch aus Vorurteilen. […] Er darf die Kinder nicht lähmen mit Endgültigem, sondern er muß sie vergleichen lehren und somit zweifeln.

9. […] Er hat gewonnen, wenn die Kinder ihn akzeptieren, obwohl sie ihn ungestraft ablehnen können.

Allein diese Grundsätze bieten genügend Anlass zum Nachdenken.

Simrock wird dem Leser auf seinem Weg zu einem ehrlichen Selbst nie zur Identifikationsfigur, er ist zuweilen eher von sich selbst überrascht, welch weitreichende Folgen aus seinen neu gefundenen schlichten Prinzipien im Hinblick auf Schule und Leben erwachsen; gleich seine erste Handlung – die kaum begründete und letztlich gefühllos vollzogene Trennung von seiner Familie – verdeutlicht die sozialen Folgen seines Denkens. Simrock ist kein Sympathieträger, sondern eine sich selbst und uns in Frage stellende Figur, der wir beim Irren zusehen dürfen, die uns in ihrer finalen Radikalität allerdings überflügelt.

(An einer Stelle übrigens schildert eine Freundin Simrocks ihre Erfahrungen während ihres Physikstudiums:

Sie behauptete, vor Jahren schon gemerkt zu haben, daß Aufrichtigkeit hierzulande nur gefragt sei, wenn der Aufrichtige und die Vielzahl seiner Vorgesetzten übereinstimmten. […] In der Schule habe sie so überzeugend ihr Pensum heruntergelogen, daß es für die Universität reichte. Leider sei auch beim Studium der Physik, das sie fälschlicherweise für exakt gehalten habe, die Notwendigkeit zu Bekenntnissen übermächtig geworden. Ihre Tarnung sei drei Semester lang tadellos gewesen, dann habe eine Unvorsichtigkeit ihr wahres Wesen für Augenblicke durchscheinen lassen. […] Eine Woche später habe man sie von der Universität gewiesen […].

Heute ist in unserem Staat eine Person an herausragender Stelle tätig, die in ihrem Physikstudium in der DDR der 70er Jahre offensichtlich nie ein wahres Wesen hat verbergen müssen.)

Spröde und langweilig kommt es zunächst daher, das schmale Büchlein von gerade einmal 157 Seiten. Gelesen werden sollte es dennoch.

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