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WKK: Klavierunterricht.

Gebührenbescheid der Musikschule des Kreises Ostholstein: 315 € pro Quartal (zwei Kinder, je einmal wöchentlich eine halbe Stunde).

[Update 25.11.2006: Um's vielleicht noch einmal deutlich zu machen: mir geht es hier nicht darum, das Einkommen von Musiklehrerinnen zu kürzen. WKK bezieht sich auf das Vatertagebuch von Klaus Modick, in dem ebenfalls derlei Einträge getätigt werden, um zu verdeutlichen, welche Kosten entstehen, wenn man Kinder aufzieht (letzte Woche zum Beispiel: einmal rabaukentaugliche (i. e. wind-, wasser- und schneedichte) Winterstiefel - 75 EUR). Eher gedacht zur Information für Kinderlose, die sich immer mal wieder wundern, dass Eltern seltener aus Langeweile samstags shoppen gehen und mit noch einem unnötigen elektronischen Gimmick oder noch einer unnötigen Handtasche für ein paar hundert Euro nach Hause kommen, und als Beleg dafür, dass das Kindergeld nicht zur Polsterung umfangreicher Aktienportfolios genutzt wird.]

Lachen mit dem Finanzamt.

Angegebene Kinderbetreuungskosten: 1570 €. Vom FinA angerechnete Kinderbetreuungskosten: 22 €. Ha. Ha. Ha.

»Die Vergleichberechnung hat ergeben, dass die gebotene steuerliche Freistellung des Existenzminimums Ihrer Kinder durch das ausgezahlte Kindergeld bewirkt wurde.« Ha. Ha. Ha. – Zur Kenntnis: das ausgezahlte Kindergeld pro Kind beträgt genau 154 € monatlich.

Gelesen.

Modick, Vatertagebuch
Klaus Modick: Vatertagebuch. Frankfurt: Eichborn, 2005.

Wer nun zufällig Leser, aber auch Vater (bevorzugt zweier Töchter, aber Söhne gehen notfalls wohl auch) ist, lese dieses Buch: voller Witz und Gefühl, ruhiger Nachdenklichkeit und chaotischer Ungeplantheit stellt Klaus Modick in Tagebuchform ein Jahr seines Vaterlebens vor.

Nicht frei von Eitelkeiten, Koketterien und Redundanzen (die eben etwas ganz anderes sind als Motive – aber wem erzähle ich das?), aber echt: nicht weil eine tatsächlich existierende Familie abgebildet wird, sondern weil diese poetisiert wird, ohne verkitscht zu werden.

Auch für Kinderlose von Interesse die Rubrik »WKK« (»Was Kinder kosten«), besonders für Lehrer verbindlich die Episoden aus dem Schulalltag, für jedermann der ganze Rest.

Ja: empfehlenswert.

Buch bei Amazon angucken.

Studiengebühren.

Meine Partei ist ja noch der Meinung, es dürfe keine Studiengebühren geben; an anderer Stelle wird behauptet, »Freier Zugang zum Erststudium ist Menschenrecht« (Junge Welt, via Schockwellenreiter). Man regt sich darüber auf, dass Studenten möglicherweise zum Beispiel 500 € pro Semester zahlen müssten.

Ich gebe zu, dass das schmerzlich wäre, weise aber darauf hin, dass beispielsweise unsere Kindergartenrechnung (für ein Kind, fünf halbe Tage wöchentlich) jährlich 1569,60 € beträgt – ein sogar noch etwas höherer Beitrag als die bislang diskutierten Studiengebühren, der allerdings noch keinen Studenten auf die Straße getrieben hat.

Wenn man davon ausgeht, dass, wie die einschlägigen Bildungsstudien zeigen, in vorschulischer Zeit die eigentlichen Weichen für den Bildungserfolg der Kinder gelegt wird, wäre es sinnvoll, die Gebührenfreiheit für den Kindergarten zu fordern.

Mir leuchtet das Argument ein, dass bei gebührenfreiem Studium letztendlich die Verkäuferin dem Arztsohn das Studium zahlt. Und ich vermute auch, dass es über pfiffige Gebührenmodelle unter Beteiligung des Staates auch möglich sein müsste, die Chancengleichheit gegenüber der heutigen Ungleichheit noch zu verbessern – wenn, ja, wenn man denn im Kindergartenalter anfinge und nicht gerade die Kinder der nicht Bildungsbeflissenen nur zuhause vor der Glotze säßen, sondern in den Tagesstätten Chancen erhielten, die ihnen heute verschlossen bleiben.