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Gelesen. Müller.

Herta Müller: Herztier. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 2009.

(Ich habe ja immer ein schlechtes Gewissen, wenn das Nobelpreiskomitee eine Schriftstellerin aussucht, die ich noch nicht gelesen habe, und es wird noch etwas größer, wenn bei der Wiedergutmachung des Versäumnisses kein Gefallen eintritt, wie es beispielsweise bei Orhan Pamuk geschah, zu dem ich keinen Zugang fand; Herta Müller aber habe ich mit schlechtesten Erwartungen begonnen, befürchtete triste Betroffenheitsnotizen, weil es ja nur ein einziges Lebensthema zu sein scheint, an dem sie sich abarbeitet, und bin nach der Lektüre dieses Buches überzeugt von ihrem Schreiben, das ein zutiefst poetisches ist: Literatur als Halt im Leben, Literatur gegen das unschöne Leben, Literatur zur Bewahrung des Guten und des Bösen, sodass ich nun ahnen zu können glaube, wie das war in Rumänien und mit der Securitate und mit den Leuten und den Menschen.)

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Elfriede Jelinek ein bloß regionales Literaturereignis?

Iris Radisch hinterfragt in der Zeit die Entscheidung des Nobelpreiskomitees, kommt aber letztlich doch noch zur Bestätigung derselben: »Und weil die beiden großen österreichischen Menschenhasser Karl Kraus und Thomas Bernhard den Literaturnobelpreis leider nicht bekommen haben, geht die Sache so gesehen doch noch in Ordnung.«