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Schwierige Literatur bei Flix.

Zum Lernfeldteil »Wertung von Literatur« bei den Buchhandelsauszubildenden, in dem wir uns zuletzt über Widerständigkeit von Literatur am Beispiel von Finnegans Wake unterhalten haben, gibt’s passende Nachbilder in Flixens Heldentagen, Folge 907.

Es sei (aber) auch noch einmal auf The Rights of the Reader hingewiesen.

Grass für Lehrkräfte.

Gestern abend fand in der Stadtbibliothek Lübeck eine vom Günter-Grass-Haus organisierte Veranstaltung statt: eine Fortbildung für Lehrkräfte zu Grass’ Novelle Im Krebsgang. Da das Buch für das Berufliche Gymnasium in Kürze Korridorthema (also für das Zentralabitur relevant) wird, kann es nicht schaden, sich schon mal ein bisschen ins Thema einzuhören, und so fanden sich auch ein Kollege und ich zum Lernen ein. Auch wenn ich kein Foto vom Autor habe (die anderen pausenlos Fotografierenden waren schon störend genug), sei hiermit versichert, dass die Veranstaltung stattgefunden hat und sowohl Autor als auch Zuhörende teilgenommen haben.

Zu Beginn las Grass den Anfang der Novelle vor, ein kleiner Einspielfilm zeigte eine Ahrensburger Schulklasse beim Autor zu Besuch und im Gespräch, dann führte Jörg-Philipp Thomsa, Leiter des Grass-Hauses, einen Dialog, in dem die zuvor aus dem Publikum gesammelten Fragen gestellt und zum Teil sehr ausführlich beantwortet wurden.

Grass zeigte sich die ganze Zeit launig und vergleichsweise positiv gestimmt, und die Bereitschaft, sich einem Publikum aus Lehrkräften auszusetzen, rechne ich ihm hoch an. Dass inhaltlich nicht viel Neues zu erfahren war, wenn man sich einmal auf die Behandlung der Novelle im Unterricht vorbereitet hat (und daher natürlich auch ein wenig drumherum liest), ist schade, aber ein Profi wie Grass kennt natürlich sowohl die zu erwartenden Fragen als auch die zurechtgelegten Antworten.

An einer Stelle ging er auf den Aspekt der Faszination von Kriegstechnik ein (die er als junger Mann auch verspürt habe) und verglich dies mit der heutigen Aufrüstung mit Drohnen – seien sie nun bewaffnet oder unbewaffnet. Hier drohten eben auch wieder neue mögliche Verbrechen.

Den Abschluss bildete die Lesung eines Gedichts, in dem Grass die vermeintlich überbordende Ratio der Schulbildung zurückwies und dem Anderen, Widerständigen, auch: Ungebildeten das Wort redete. Ob ich ihm darin so zustimmen kann, weiß ich nicht – mich beeindruckt Widerständigkeit und Andersartigkeit dann, wenn sie sich nicht auf das Gefühl beschränkt, sondern die Schärfe des Gedankens pflegt, klug ist im besten Sinne des Wortes. (Lichtenberg fällt mir hier ein.)

Insgesamt war die Veranstaltung im schönen Scharbausaal erfreulich; den Organisatoren sei ebenso wie dem Autor für die Bereitschaft zur Teilnahme gedankt.

Das Grass-Haus hat übrigens eine Lehrermappe verteilt, die auch als Download verfügbar ist. (Auf das Verzeichnis der Interpretationshilfen für Schülerinnen und Schüler sei ebenfalls verwiesen, auch wenn Grass darauf bestand, dass das Lesen des Buches am ehesten Erfolg verspreche.)

Gelesen. Lanier. (Und Friedenspreis.)

Jaron Lanier: Who Owns the Future? London: Penguin, 2013.

Lanier zu lesen ist deshalb lohnend, weil er gängige Mythen der Netzkultur hinterfragt. Notwendig wird dies einer gewissen saturierten Selbstgefälligkeit wegen, die vielen sich selbst als digital natives Begreifenden eigen zu sein scheint.

Angesichts der hier ja schon erwähnten Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels beispielsweise schreibt Jürgen Geuter

Der Friedenspreis für Jaron Lanier ist eine Kampfansage an das »Netz des Everybody«, das Internet der Kollaboration und der Crowds, das Netz, in dem dezentrale Gruppen Wissen und Kultur schaffen. Er ist eine Ablehnung von Ideen wie OpenSource und Crowdsourcing, eine Forderung der Rückbesinnung auf traditionelle Macht- und Produktionsstrukturen.

In dieser Einschätzung offenbart sich digitales Denken in Schwarz-weiß- bzw. An-aus-Schemata: wer Kritik an einzelnen Aspekten oder sichtbaren Folgen übt, sei damit ein Gegner jeglicher Netzaktivität. Das ist natürlich Unfug.

Lanier zeigt die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Digitalisierung auf: er sieht eben nicht (nur) die böse Musikindustrie, die jahrzehntelang die Künstler knebelte, bis die heroische Schar der Tauschbörsennutzer sie vollkommen uneigennützig befreite, sondern auch die Arbeitsplätze der Mittelschicht (in den Plattenfirmen selbst, aber auch im Vertrieb), die mit zurückgehenden Umsätzen schwanden. Wie in der Musikindustrie geschehen, sieht Lanier auch einen Großteil der anderen Arbeitsplätze von Digitalisierung und Automatisierung bedroht.

Für Crowdsourcing beispielsweise nennt Lanier auch gelingende Beispiele, beispielsweise die Kampagne von Amanda Palmer, die per Kickstarter für neue Projekte statt der erbetenen 100.000 US$ fast 1,2 Millionen US$ sammeln konnte – er verdeutlicht aber auch, dass wir nicht alle Amanda Palmer sind und bereits weniger extrovertierte Künstler (noch mehr natürlich der normale Bürger) im Kampf um die Aufmerksamkeitsökonomie zwangsläufig untergehen müssten.1 1: Jürgen Geuter bekommt auf ein Blogpost hin immerhin 748 € zusammen. Das kann man beachtlich finden (ist es), allerdings ist Geuter – verglichen mit dem normalen Bürger – extrem gut vernetzt. Muss ich wirklich erwähnen, dass es Lanier gleichwohl nicht um die Restituierung »traditionelle[r] Macht- und Produktionsstrukturen« geht?

Geuter sieht in der Verleihung des Preises an Lanier eine lächerliche Lobbyverlautbarung:

Vor allem ist er [der Preis] das laute Betteln, alles möge doch bitte endlich wieder werden wie früher.

Dies kann nur für denjenigen lächerlich sein, der gerade nicht vom Verlust seines (ggf. erst potentiellen) Arbeitsplatzes bedroht ist. Ich wirke an der Ausbildung von Buchhändlerinnen und Buchhändlern mit und darf am Beruflichen Gymnasium Jahr für Jahr hoffnungsvolle junge Menschen mit Abitur in die Welt entlassen. Nein, mein Arbeitsplatz ist nicht bedroht. Ich möchte aber, dass meine Auszubildenden, meine Schülerinnen und Schüler auch eine Perspektive entwickeln können, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist. Und nein, es können nicht alle davon leben, dass sie sich mit dem Gadget ihrer Wahl ins nächste Café setzen und von dort aus wahlweise für nichts als die Ehre coden, für nix schreiben und für umme was auch immer Kollaboratives tun: von irgend etwas müssen wir leben!2 2: Ein weiterer Aspekt, der für Lanier als Vater wichtig ist, ist immer die Frage, ob Geld in der Menge fließt, dass in Familien Kinder aufwachsen können. Als nur für sich verantwortlicher allein Lebender hat man natürlich andere Prioritäten.

Was Lanier bei der Entwicklung von Technik als wichtig herausstellt, ist der auch langfristige Nutzen für den Menschen. Den begreift er als gefährdet, wenn die Entwicklung des Netzes und der durch dieses geprägten Kultur fortgesetzt wird wie bisher. Statt beispielsweise die Tendenz fortzusetzen, immer weniger Menschen für ihre zunehmend ins Digitale verlagerten Dienste zu bezahlen, sieht er es als notwendig an, dass die immer wieder angeführten »siren servers«, die zentralen Firmen im Netz, ihre Nutzer für ihre Daten und Inhalte bezahlen. Beispiel: Amazon ist meine erste Anlaufstelle im Netz, wenn ich mich mal kurz über ein mit unbekanntes Buch informieren will. Ich informiere mich dabei mittels Rezensionen, die andere Nutzer unbezahlt Amazon zur Verfügung gestellt haben, aber auch über Empfehlungen, die aus Daten über das Kundenverhalten errechnet wurden. Warum bezahlt Amazon die nicht?

Lanier reaktiviert und aktualisiert damit den alten arbeiterbewegten und gewerkschaftlichen Gedanken, dass eine Leistung, mit der Firmen Geld verdienen, auch angemessen entlohnt werden muss, damit die Leistungserbringer davon leben können.3 3: Wer das Prinzip noch nicht begriffen hat und ermessen möchte, wie weit zurück die Kritiker sind, mag noch einmal Zolas Germinal aus dem Jahr 1885 lesen. Es geht darum, dass nicht nur die Bergwerksbesitzer, sondern auch die Bergarbeiter gut leben können. Ob und wie dies geschehen muss, darüber ist zu diskutieren; darin aber nur ein Beharren alten Strukturen zu erkennen, zeugt von mehr als nur Kurzsichtigkeit. Immer wieder bezeugt Lanier seine Schwierigkeiten mit monopolartigen Strukturen, die sich im Netz zur Zeit sehr deutlich herausbilden und dabei enorme finanzielle Werte anhäufen, deren Unterpfand aber Daten sind, die sie bei unbezahlten Nutzern sammeln (»Your lack of privacy is someone else’s wealth« (99)).

Ein anderer Gedanke: bei Kristian Köhntopp las man früher, als er noch eine eigene Website hatte und nicht nur einen Account bei einem der Siren Servers, das Wesen der IT sei die Kopie. Bei Lanier erfahren wir (im Ted-Nelson-Kapitel, 213 ff.) durch einen Blick in die Computerhistorie, dass diese Selbstverständlichkeit ebenso wie Eigenheiten von Tim Berners-Lees HTML konzeptionelle Entscheidungen waren. Heute aber erschweren sie uns zum Beispiel die direkte Rückmeldung an den urheberrechtlichen Schöpfer. Beispiel: wir erstellen (wie viele andere auch) ein Mashup aus im Netz verfügbaren Videos und Musik. Zwei Möglichkeiten ergeben sich nun: der Schöpfer der ursprünglichen Werke bekommt dafür nichts, weil die Schöpfungshöhe des neuen Werks so hoch und der konkret genutzte Anteil so klein ist – oder aber er kann einen Richter davon überzeugen, dass es sich im eine Urheberrechtsverletzung handelt, sodass wir als Mixer hohe Strafzahlungen leisten müssen. Günstiger wäre möglicherweise ein Rückmeldungssystem, das kleine Summen, Micropayments, in dem Moment leistet, in dem das fremde Werk genutzt wird.

Und so fort. Lanier lesen bedeutet auch, sich einem assoziativen, mäandernden Stil anzuvertrauen, in dem Ideen nicht immer stringent und vielleicht nicht mal immer konsistent entwickelt werden: wir sehen hier einem kreativen Menschen4 4: Lanier ist Musiker. Wer nicht mindestens ein Instrument spielt, ist für Kritik disqualifiziert. :-) beim Denken zu. Und das kann auch mal in die Irre führen. Der Fehler der Gegner Laniers ist, dass sie ihn für ähnlich geistig unbeweglich halten wie sie selbst es möglicherweise sind: Lanier bietet keine fertigen Lösungen an, sondern in einem Diskussionsbeitrag neue Konzepte für eine sich verändernde Welt, in der der Wert des Menschen aber eben nicht ab-, sondern zunehmen soll: »humanistic information economy« nennt Lanier dieses Ziel.

Jürgen Geuter, der oben angeführte Kritiker, begreift den Menschen als »Knoten im sozialen Netzwerk«, der letztlich nicht Herr über seine Daten sein könne und solle. Lanier denkt in den letzten Sätzen seines Buches darüber nach, welches Leben seine Tochter einmal führen wird, und er wünscht sich ein für sie ein lebendiges Dasein: »fun and wild, […] radically wonderful, and unendingly so« (349) Hier stehen gegeneinander ein mechanistisches, konformistisches Einordnen, das den als normativ verstandenen Forderungen der Technikökonomie entspricht, und der Wunsch, die Technik möge das Hippieleben eher noch ein wenig großartiger machen. – Meine Wahl ist klar.

Buch bei Amazon angucken: englischdeutsch.

Gelesen. Steiner.

George Steiner: Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. Übertragen von Martin Pfeiffer. Berlin: Suhrkamp, 2014.

Das Zeit-Interview anlässlich des fünfundachtzigsten Geburtstags des Befragten weckte mein Interesse, und da ich mit S gerade Zehs Corpus Delicti lese, in dem das Antigone-Motiv den Hintergrund für die Dystopie bildet,1 1: »Zehn Minuten Zeh« zur Einführung ins Thema gibt’s hier. hielt ich die Lektüre des oben genannten Buches für sinnvoll – tatsächlich hat es sich als sehr reichhaltig erwiesen.

Drei Kapitel hat das Werk:2 2: Die Kapitel sind unbenannt; auch die im Folgenden angeführten Abschnitte tragen keine Titel. Die inhaltlichen Schwerpunkte habe ich so gesehen, andere mögen andere erkennen. im ersten gibt Steiner einen Überblick über die Rezeptions- und Interpretationshistorie des Mythos (Abschnitte 2 und 3: Hegel, 4: Goethe, 5: Kierkegaard, 6 und 7: Hölderlin, 8: Synopse), im zweiten versucht er aus dem jeweiligen kulturellen Zusammenhang und den Schwerpunktsetzungen bei unterschiedlichen Bearbeitungen eine Erklärung für die Bedeutung des Mythos bis heute zu gewinnen (1: Entstehung des Mythos, 2: Historische Aktualität an Beispielen, 3: Stellung und Funktion Ismenes, 4: Haimon und Polyneikes in ihrer Relation zu Antigone, 5: Der Chor, 6 und 7: Kreon, 8: Synopse und Ausblick auf unberücksichtigte Varianten), im dritten schließlich offenbart Steiner die Verständnisschwierigkeiten, die der moderne Leser auch unter der Voraussetzung herausragender Altgriechischkenntnisse immer haben muss (1: Grundlegende Problematik des Übersetzens, 2: Der erste Vers, 3 bis 6: Andere Stellen, die unter Rückgriff auf Übersetzungsvarianten und Kontext diskutiert werden, 7 und 8: Erkenntnis des endgültigen Verlusts, 9: Synopsis und Würdigung).

Steiner zu lesen ist nicht immer unanstrengend, weil der Text dicht und anspielungsreich ist, aber man kann eben auch eine Menge lernen. Eigentlich mit Blick auf die Schule gelesen, habe ich mir ein paar Stellen notiert, zum Beispiel eine Aussage über die Tragödie, die vielleicht einmal problematisierend eingesetzt werden kann:

Weil sie flüchtige Momente in menschlicher Ungewißheit isoliert und aufführt, weil sie Verhalten bis zur Grenze der Katastrophe belastet – Katastrophe ist ja die letztendliche Logik des Handelns –, hat die Tragödie in besonderer Weise philosophischen »Gebrauch« angeregt. Der utilitaristische Impuls ist schon in Aristoteles’ Poetik offenkundig. Die Tragödie dient dazu, beständig wiederkehrende metaphysisch-ethisch-psychologische Betrachtungen über das Wesen des freien Willens, über die Existenz anderer Geister und Personen und über die Konventionen im Hinblick auf Vertrag und Übertretung zwischen dem Individuum und transzendenten oder gesellschaftlichen Sanktionen zu verkörpern, zu sichtbarer Gegenwärtigkeit anzutreiben. (Ebd., 130)

In diesem kleinen Textausschnitt steckt eine Menge an diskutierenswerten Ansätzen, die am jeweils behandelten dramatischen Text probiert werden können. (Worin besteht (im Hinblick auf Tragödie X) der »flüchtige Moment«, worin die »Ungewißheit«; wieso ist die »Katastrophe […] die letztendliche Logik des Handelns«? Ist die Tragödie tatsächlich durch ihre (tatsächliche?) Nützlichkeit in ihrem Wesen erfasst? Worin besteht jeweils das Metaphysische, das Ethische, das Psychologische? Und so fort. – Das ist so voller problematisierendem Futter, dass der Lehrer, der gerade unterrichtsfreie Zeit hat, schier bersten könnte!)

An anderer Stelle zieht Steiner Döblins Roman November 1918 heran, den ich peinlicherweise nicht zu kennen zugeben muss. Er zitiert eine Stelle, an der eine Lehrkraft Antigone, die doch immer als Revolutionärin verstanden wird, umdeutet als wahrhaft Konservative, während Kreon den Part des Umstürzlers zugewiesen bekommt:

Ja, er in seinem in der Tat tyrannischem Willen, in seinem Stolz, Sieger und endlich König zu sein, er glaubt, sich über geheiligte Traditionen, über uralte Selbstverständlichkeiten hinwegsetzen zu können.« (Döblin nach Steiner 233f.)

– Fantastisch! Das ist eben nicht nur eine beliebige Umdeutung, sondern eine, über die man ja durchaus streiten darf und sollte (und die Anwendbarkeit auf heutige Zeiten, in denen Bürger irritiert bemerken, dass sich Geheimdienste und Regierungen einen Dreck scheren um den zivilen Konsens rechtlichen Handelns, der mit dem Grundgesetz und den Entscheidungen des Verfassungsgerichts in langen Jahren erarbeitet wurde, ist noch eine weitere interessante Nuance: hier wird eben auch sichtbar das Beiseitewischen einer von den Bürgern geschätzten Tradition rechtsstaatlichen Handelns).

(Wir sollten vielleicht einmal Stellen in der Literatur sammeln, in denen einzelne L (anders als gemeinhin im Schulroman, in dem die S ja im Regelfall unterm System zu leiden haben) positiv mit Literatur arbeiten – die Johnsonsche Jahrestage-Stelle, in der Fontane gelesen wird, ist ja auch ein Beispiel.)

Das Übersetzungs- bzw. Übertragungsproblem wird immer wieder thematisiert: aus einer fremden Sprache, aus einer alten fremden Sprache, die nicht mehr gesprochen wird, zu übersetzen, wird im Grunde als kaum möglich angesehen:

Das Leben der Anklänge, die unentbehrliche Kurzschrift des Unausgesprochenen und des Selbstverständlichen, die Codes von Intonation, von Hervorhebung oder Untertreibung im Tonfall wie sie im Verkehr zwischen sozialen Klassen, Altersgruppen oder Geschlechtern eine Rolle spielen – alles, was in einer lebenden gesprochenen Sprache einzelne Worte und Wendungen mit genauen oder diffusen Werten umgibt, ist für den Wissenschaftler nahezu ebenso verloren wie für den Laien. (253)

Das hindert Steiner allerdings nicht daran, auf den folgenden elf Seiten die erste Zeile der Antigone – Erste Zeile der Antigone des Sophokles– übersetzend auszudeuten; er bemerkt dabei selbst: »latent sind solche Kommentare endlos« (266). Dem Leser zeigen diese elf Seiten allerdings, was er an Vorentscheidungen in Kauf nimmt, wenn er nicht das Original zu Hand nimmt.

Die Bedeutung der Antigone sieht Steiner unter anderem darin, dass in dem Drama »alle Hauptkonstanten des Konflikts in der menschlichen Existenz« (287) ausgedrückt werden, die als »nicht überbrückbar« (ebd.) verstanden werden:

[…] die Konfrontation zwischen Männern und Frauen; zwischen Alter und Jugend; zwischen Gesellschaft und dem Individuum; zwischen den Lebenden und den Toten; zwischen Menschen und Gott/Göttern. (Ebd.)

Auch hier die Fragen: sind diese Hauptkonstanten die richtigen? Wieso diese und nicht andere, warum nicht mehr oder weniger? Wie sieht es mit der Unüberbrückbarkeit aus? (Vor allem im Hinblick auf das vorher postulierte nützliche Ziel der Tragödie: was hilft es mir als Rezipient zu erkennen, dass Antigone und Kreon sich fetzen, weil sie Mann und Frau sind, wenn dieser Gegensatz als unüberbrückbar und der Konflikt damit als nicht anders lösbar als mit dem Tod möglichst vieler Figuren gezeigt wird?)

Bei alledem, was Steiner gelehrt vor uns ausbreitet, geht er übrigens ganz selbstverständlich davon aus, dass »kein Leser des 20. Jahrhunderts völlig unvorbereitet auf die Antigone des Sophokles stößt« (368). Das stimmt natürlich nicht: unsere S kennen die Mythen der Sternen- und Ringkriege und wissen, welcher Seite der Macht sie zuneigen – Antigone allerdings dürfte bis zur Initialbegegnung in der Schule an ihnen vorbeigegangen sein.

Übrigens sei – in Anbetracht des von ihm zu Lernenden ja durchaus erstaunlich – erwähnt, dass Steiner selbst in Demut verharrt: nach 370 Seiten kenntnis- und beziehungsreichen Schreibens über Literatur (das ja wiederum Jahrzehnte des Lesens und Forschens auf den Punkt bringt), kommt er für sich zum Ergebnis:

Mein Verständnis von Antigone ist provisorisch. (370)

Na dann.

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Auseinandersetzung um Lehrkräfteausbildung in Schleswig-Holstein.

Unsere Ministerin für Bildung und Wissenschaft hat einen Entwurf eines Lehrkräftebildungsgesetzes Schleswig-Holstein (LehrBG) vorgelegt.

Unser Landesverband Schleswig-Holstein/Hamburg des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband hat dazu eine klare Einstellung: Deutschlehrer fordern differenzierte Lehrerausbildung – der Germanistenverband wendet sich gegen das Einheitslehrer-Konzept der schleswig-holsteinischen Landesregierung.

Erörterungen im Deutschunterricht (und im Abitur).

Zu Thomas Raus Artikel Mit dem Erörtern werde ich nicht richtig warm schrieb ich in etwa:

Gehe mir Deiner Haltung zum Thema völlig d’accord. Im Zentralabitur hatten wir als Lehrkräfte die zwei Alternativthemen auszuwählen, zwischen denen die S ihrerseits wählen durften. Das moderne-Medien-Essaythema (genauer: Fernsehen vs. YouTube) haben wir sofort ausgeschlossen, dafür u. a. das Goethes Faust betreffende ausgewählt. Zwar scheint zunächst einmal Faust schwieriger als der modernde-Medien-Kram, doch bei Faust wissen wir unsere S durch Wissen und Verständnis gewappnet: das Thema ist vorbereitet, sie haben gelernt und sie sollten Gutes schreiben können. Zu YouTube vs. Fernsehen, aus dem hohlen Bauch behandelt, wird es schwierig für die S, wirklich Sinnvolles zu schreiben, das über eigene Befindlichkeiten hinausgeht …

Virtuelles Museum der deutsch-dänischen Grenzregion.

Nach Renovierung neu eröffnet wurde das Virtuelle Museum der deutsch-dänischen Grenzregion, das nach Zielgruppen (z. B. Touristen, Schülerinnen und Lehrkräfte) und thematisch geordnet (z. B. Gesellschaft oder Kultur) den Zugriff auf informierende Texte und digitalisierte historische Zeugnisse eines früher zwischen Dänemark und Deutschland umkämpften Landstrichs erlaubt.

Das Ganze gibt’s natürlich auch auf Dänisch.

Was ist eine berufliche Schule?

Anlässlich mir gerade wieder zu Ohren gekommener Missverständnisse stelle ich fest, dass offenbar gerade unter Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium unzutreffende Vorstellungen existieren, was denn nun so eine Berufliche Schule sei. Das ist verständlich, weil Gymnasiallehrer, die sich nicht unterwegs mal verirren, im Regelfall nur Gymnasium und Universität kennen lernen. So ähnlich ging es mir auch: als nach meiner Ausbildung zum Gymnasiallehrer keine Stellen mit meiner Fächerkombination frei waren, bewarb ich mich an meiner jetzigen (beruflichen) Schule, kannte das System aber gar nicht. Als ich dann eingestellt wurde, brauchte ich so einige Zeit, bis ich die Strukturen überblicken konnte.

Ich möchte daher hier kurz einmal vorstellen, wie eine solche Schule aufgebaut sein kann, und ich werde immer wieder auf unsere Schule zurückgreifen (und auf diese verlinken, stelle aber ausdrücklich fest, dass dieser Artikel keine offizielle Information darstellt!): zum einen, weil ich sie am besten kenne, vor allem aber, weil sie als Schule im ländlichen Raum nicht so stark spezialisiert ist wie so manche großstädtische Schule und daher vielgestaltiger ist als diese.

Unsere Schule beispielsweise versammelt unter ihrem organisatorischen Dach in vier Schulgebäuden (ein Hauptstandort und drei Außenstellen (500 m, 6 bzw. 35 km entfernt)):

  • die eigentliche Berufsschule für gewerbliche oder kaufmännische Berufe (verpflichtender Unterricht, den die Auszubildenden während ihrer dualen Berufsausbildung besuchen – entweder an ein bis zwei Berufsschultagen pro Woche oder aber im Blockunterricht für 5 oder 6 Wochen pro Schulhalbjahr)

  • berufsvorbereitenden Unterricht (z. B. für schulpflichtige S, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben (Ausbildungsvorbereitendes Jahr) und für S, die das erste Ausbildungsjahr ganz in der Schule verbringen (Berufsgrundbildungsjahr))

  • Berufsfachschule Typ I (ein- bzw. zweijährige fachbezogene Schulbildung für S mit Hauptschulabschluss, die zum Mittleren Schulabschluss führen kann)

  • Berufsfachschule Typ III (zu Berufsabschlüssen führende fachlich ausgerichtete schulische Bildungsgänge, deren Voraussetzung entweder der Hauptschul- oder der Realschulabschluss ist)

  • Fachoberschule (Klasse 12) (führt für S mit besonderen Eingangsvoraussetzungen zur Fachhochschulreife)

  • Berufliches Gymnasium (führt die S, die eine Sekundarstufe I absolviert haben, zum Abitur, also zur Allgemeinen Hochschulreife)

  • die Berufsoberschule (13. Klasse) führt zu einer fachgebundenen, unter bestimmten Bedingungen auch zur allgemeinen Hochschulreife

Daneben existieren noch kleinere Bildungsgänge, zum Beispiel Abendunterricht für Auszubildende, die sich während ihrer Ausbildungszeit die Fachhochschulreife erarbeiten.

Die Lehrkräfte unterrichten nie in allen Schularten, sondern stets nur in zweien oder dreien – beispielsweise arbeite ich seit einigen Jahren mit einem Schwerpunkt auf meinen Fächern Deutsch und Philosophie am Beruflichen Gymnasium (das ist ausschließlich Sekundarstufe II, also Oberstufe), aber weiteren Stunden im Berufsschulunterricht, vor allem für Buchhändler an der Landesberufsschule (Blockunterricht für alle Buchhandelsauszubildenden Schleswig-Holsteins).

Der größte Teil der Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen hat einschlägige berufliche Vorbildung, also im Regelfall mindestens eine Ausbildung absolviert, deshalb sind unsere Referendarinnen und Referendare meist auch ein paar Jahre älter als die an allgemeinbildenden Schulen. Daneben gibt es so einige Seiteneinsteiger, die ursprünglich beispielsweise aus technischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen stammen und danach häufiger mehrere Jahre in der sogenannten freien Wirtschaft arbeiteten. Gerade am Beruflichen Gymnasium ist der Anteil der Lehrkräfte, die ursprünglich für das Lehramt am Gymnasium studierten, sehr hoch.

Habt Ihr noch Fragen?

Zur Buchmesse nach Leipzig.

Vom 12.–14. März habe ich eine Fahrt einer Berufsschulklasse von Buchhandelsauszubildenden und eine Kollegin nach Leipzig zu einem Besuch der Buchmesse begleiten dürfen. Mit dem Quer-durchs-Land-Ticket haben wir beim Blick aus dem Zug nach draußen interessante stille Gegenden Deutschlands kennengelernt – zum Beispiel Bahnstationen, die fast den Ort drumherum missen ließen (dessen Zentrum aus einer Bratwurstbude zu bestehen schien) –, sind aber auch konkurrenzlos billig nach Leipzig gelangt.

Das Stern-Hotel garni war nicht luxuriös, aber sauber und ordentlich, das Personal freundlich, das Frühstücksbüffet reichhaltig, ist für den kleinen Geldbeutel also durchaus weiterzuempfehlen – wenn wir fürs nächste Mal auch eher eine der Messe näher gelegene Unterkunft suchen werden, weil wir diesmal zu Fuß und mit der Tram über eine Stunde unterwegs waren.

Was mich sehr beeindruckt hat: wie präsent die Messe in der ganzen Stadt ist. Damit meine ich nicht nur die Veranstaltungen allerorten – eben Leipzig liest –, sondern dass man überall in der Stadt Gespräche über die Messe hört, Plakate und Ankündigungen, Hinweisschilder und Trambeschilderungen mit Messehinweisen sieht, Menschen als Messebesucher identifizieren kann (viele Taschen, Cosplayer, schicker Anzug, Vertretertrolley o. ä. als Accessoires) und so fort. Durchaus bewundernswert dabei der Umgang der Leipziger Verkehrsbetriebe mit dem Besucherandrang durch Bereitstellung vieler zusätzlicher Tramwagen (auf eine reguläre Bahn kamen zwei bis drei Extrazüge) und Präsenz von Ordnungspersonal (auch des Lesens Kundige verlieren angesichts knapper Ressourcen ja gern mal die Contenance und würfen zivilisatorische Errungenschaften über Bord, wenn es um den Sitzplatz geht).

Besonders schön auf der Messe selbst: gefühlt sämtliche Schulklassen (ab etwa der fünften aufwärts) der leipziger Schulen sind vor Ort und wuseln durch die Gänge und zwischen den Ständen hindurch, teilweise mit Aufgaben (den Rallyebogen immer vor sich auf dem Klemmbrett), teilweise ohne – dies tut der Atmosphäre einer Buchmesse, die ich von Frankfurt her als ernst und eher zu steif in Erinnerung habe, sichtlich gut. Ebenso wie die Cosplayer, die von Mangafiguren und Doctor Who über Disneyadaptionen, grimmige Zwerge wie Anime-Charaktere und Superhelden alles nur Vorstellbare verkörpern, was aus Nicht-Literatur so bekannt ist; sie haben diesmal eine ganze Halle für sich bekommen (die Graphic-Novel-Verlage finden sich lieber zwischen den etablierten Belletristen, zu zerbrechlich noch die frisch erworbene Würde des Ernstgenommenwerdens von Feuilleton und Publikum).

Viele Kleinveranstaltungen – Lesungen, Podiumsdiskussionen, Preisverleihungen – inmitten der großen, immer wieder laufen einem aus Funk und Fernsehen Bekannte – Roger Willemsen, Martin Suter, Axel Hacke (der gerade, als wir vorübergingen, eine extrem dümmliche Bemerkung über Frauen und Abseitsregeln von sich gab, die eines Mario Barth würdig gewesen wäre), Ulrich Greiner, Dennis Scheck, Thomas Meyer, John von Düffel, Lukas Bärfuss, Jonas Lüscher usw. – über den Weg, stören aber nicht weiter, weil man sich auch ganz & gar nur den Büchern widmen darf. Die Auszubildenden natürlich stets auf der Suche nach Leseexemplaren (meist unkorrigierte Vorabexemplare, häufig in einfacherer Ausstattung und für Buchhändler vor dem eigentlichen Erscheinungstermin kostenlos abgegeben, auf dass diese sich trotz ihres niedrigen Gehaltes einen umfassenden Überblick über Neuerscheinungen verschaffen können), aber auch sonstigem Informationsmaterial der Verlage, gerade auch derjenigen, die man im Alltagsgeschäft zu wenig sieht.

Die in den Kommentaren schon erwähnte Begegnung mit Tanja, einer übers Netz schon lange bekannten Kollegin aus dem Gastland Schweiz, war natürlich besonders klasse.

Ebenso besonders auf den gesamten drei Tagen unserer Fahrt: die Auszubildenden, die zu begleiten eine Freude ist, weil jede Verabredung eingehalten wird, die Motivation hoch ist, die von einem anstrengenden Tag auf der Buchmesse völlig platt zurückkehren und trotzdem zuverlässig, fröhlich, sozial miteinander sind … danke!

Laufen kann man in Leipzig übrigens auch (Karte – beim nächsten Mal werde ich die Strecke ein wenig mehr grünbetont wählen; ich habe bei unbeschilderten Wegen meines nicht vorhandenen Orientierungssinnes nur immer die Befürchtung, mich zu verirren; auf Straßen hilft mir immerhin mein Stadtplan).

Auf dem Weg zum Bahnhof auf dem Abreisetag noch entdeckt: zum einen den Markt, auf dem man sich mit Käsebrötchen und Bananen für die Rückfahrt versorgen kann, fachbezogen aber viel wichtiger: die Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Specks Hof, einer Passage in der Innenstadt. Eine feine Buchhandlung vom alten Schlag, die zeigt, was am Buchhandel wichtig bleibt, wenn die Jungs aus dem BWL-Seminar die großen Filialisten kaputtberaten haben werden.

LyX oder LaTeX?

Zu Thomas Raus Bericht über das Arbeiten mit LyX schrieb ich in etwa:

Die Einfachheit von LyX ist eben tatsächlich nur vermeintlich. Ich habe auch damit rumprobiert, mich letztlich aber doch in (La)TeX eingearbeitet, weil mir LyX eher die Nach- als die Vorteile von Textverarbeitung und Textsatzsystem zu vereinen schien. Das Komplizierte an TeX ist in erster Linie die Installation und das Erstellen des ersten Dokuments; wenn das klappt, kann man sich den Rest (ggf. mit der Hilfe von Newsgroups und Foren) peu à peu selbst beibringen.

Für den Schülerbedarf im Computerraum bräuchte man also eine funktionierende LaTeX- Installation und ein Musterdokument, mit dem man gleich losarbeiten kann.

Meine Vorlage (die natürlich für den angedachten Zweck nicht geeignet ist) habe ich hier untergebracht (müsste auch mal wieder aktualisiert werden …).

Notengespräche (und die Folgen).

Geht es auf die Zeugniskonferenzen zu, sitzen bei uns überall Lehrkräfte auf den Fluren und bitten nacheinander die Schülerinnen und Schüler (S) aus dem Klassenraum zu sich, um mit ihnen einzeln die mündlichen (und in der Folge die Zeugnis-) Noten zu besprechen (die schriftlichen Noten sind ja ohnehin bekannt). Trotz der freundlichen Vokabel »besprechen« entscheidet über die Note natürlich die Lehrkraft, und trotzdem habe ich heute wieder bemerkt, dass diese Gespräche eine wichtige, im Tagesgeschäft viel zu selten genutzte Form der Rückmeldung sind.

In meinen Deutschkursen habe ich mir in diesem Halbjahr zu fast jeder Stunde aufgeschrieben, wie ich die S erlebt habe (in Philosophie seltener). Die Zeichen ++, +, o und - stehen dabei für hervorragende, gute, pflichtgemäße oder fehlende Unterrichtsbeiträge. Zuhause habe ich die Notengespräche vorbereitet, indem ich die Notate ausgewertet und in meine Vorstellung der mündlichen Note gewandelt habe.

Das Gespräch selbst läuft bei fast jedem Schüler, bei fast jeder Schülerin gleich ab: ich frage nach der Eigenbewertung und erkläre danach meine Sicht der Dinge. In fast allen Fällen geht das überein; selten gibt es für die S schlechte Überraschungen (die ich dank der Stundennotate belegen kann), häufiger gute (sei es die Bestätigung der eigenen Einschätzung, sei es ein Notenpunkt mehr als gedacht). Natürlich tauschen wir uns auch über andere, meist durch persönliche Lebensumstände beeinflusste Aspekte des Leistungsstandes aus. Die ausgesprochene Versicherung meinerseits, dass ich an die Möglichkeit der (weiteren) Verbesserung glaube, ist trotz ihrer Häufigkeit keine Floskel.

Das für mich Interessante passiert nach diesen Gesprächen: in der unmittelbar auf den Austausch folgenden Stunde ist die Beteiligung am Unterrichtsgeschehen außergewöhnlich gut. Da die S wissen, dass sich an den zuvor besprochenen Noten nichts mehr ändert, führe ich die Verhaltensänderung auf die Bewusstwerdung des Tuns zurück: die S bemerken, dass ich sie bemerke, und sie wollen wahrgenommen werden, sie wollen ihren besonderen Teil zum Ganzen beitragen, einerseits, um den positiven Eindruck zu festigen oder aber ein verbesserungsfähiges Bild zu korrigieren (nach dem Spiel ist …), andererseits, weil auch in Bezug auf die inhaltliche Arbeit deutlich wurde, dass die Unterrichtsbeiträge von Belang sind. Offenbar bedeutet ihnen die Rückmeldung in den Gesprächen etwas. Mich freut das.

Erinnerung an mich fürs nächste Halbjahr: häufiger mit den S über Stundeneindrücke sprechen.