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Kommentar zu Johnsons <i>Jahrestage</i> II.

Vor einiger Zeit beschwerte ich mich einmal darüber, dass der Kommentar zu Uwe Johnsons Jahrestage (hg. von Holger Helbig, Klaus Kokol, Irmgard Müller, Dietrich Spaeth und Ulrich Fries) zwar online verfügbar ist, sich aber nicht an Richtlinien der HTML-Programmierung halte, weswegen er mit vielen Browsern nicht lesbar sei.

Nun aber ist der Code repariert und der hervorragende Kommentar problemlos zugänglich.

Gelesen.

Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht. München: Blanvalet, 2004.

Ein Anwärter auf den Langweiligster-Kriminalroman-Preis.

Aus dem Wahlkampf.

Ein entspannter Sommerwahlkampf ist es hier in der holsteinischen Provinz: die vier Ortsvereine der großen Parteien in Eutin haben sich verabredet, in Eutin nur bei Veranstaltungen zu plakatieren, die üblichen Kandidatenplakate an jedem Laternenpfahl aber zu sparen. Außer der FDP hält sich auch jeder daran.

Am Infostand in der Fußgängerzone bekommt unsere SPD viel Zuspruch (was nicht immer so ist). Die Arbeit unserer Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn wird über Parteigrenzen hinweg als hervorragend angesehen, Schröder nicht von jedem gemocht, aber respektiert. Frau Merkel wird ob ihrer Unentschiedenheit kritisiert (wir würden uns noch wundern, hätte sie Erfolg bei der Bundestagswahl!), Herr Westerwelle ohnehin nicht ernst genommen (wie könnte man dies auch?).

Ich habe den Wahl-O-Mat befragt, was er mir denn zur Wahl empfehlen würde. Er empfiehlt mir (wie bei jeder der letzten Wahlen) die Grünen, neuerdings auch die Linkspartei. Warum ich trotzdem die SPD wählen werde?: Weil es unvernünftig ist, die Parteienlandschaft immer weiter zu zersplittern. Weil es (wenn man linke Positionen vertritt) sinnvoll ist, dies innerhalb der gewichtigsten Organisation, der SPD, zu tun, nicht aber dann, wenn die Durchsetzung nicht gelingt, eine neue zu gründen. Weil die Grünen von Anbeginn an der SPD Wähler und potentielles Personal abgeworben haben, nicht aber der CDU. Weil Oskar Lafontaine sich schäbig verhalten hat gegenüber unserer Partei.

Bloggen und Leben.

Wer nur (noch) selten bloggt, wird von der Blogosphäre mit Missachtung gestraft. Die Einschaltquoten gehen runter, man wird nicht mehr verlinkt; nur noch zufällig finden Menschen per Suchmaschine auf die Seiten – zwar nicht immer die selben, aber in ihrer anonymen Quantität und ihren unterschiedlichen Anfragen verlässlicher als dem Avantgardismus verpflichtete Blogger.

Es gibt ja auch immer neue tolle Blogs: Zwilobit und die Riesenmaschine zum Beispiel, und so gibt's gar keinen Grund, den alten treu zu bleiben. Das regelmäßige Posten ist das Lebenszeichen, und wer keines mehr von sich gibt, ist halt dem virtuellen Ableben anheimgefallen: regelmäßig wird die Abonnementsliste des RSS-Readers auf Karteileichen durchgesehen – nur ein stets zappelnd um Aufmerksamkeit heischender Blogger ist ein guter Blogger.

(Herbst eben.)

Gelesen.

Dieter Forte: Das Haus auf meinen Schultern. Frankfurt am Main: Fischer TB, 2003.

Drei Romane in einem Band über zwei Familien in wirren Zeitläuften. Viele episodenhafte Bilder – „Epiphanien“ stünde bei Joyce – starke Figuren. Empfehlenswert.

Einen bibliophilen Ausschnitt aus dem Werk hat Markus Kolbeck herausgesucht.