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Gelesen. Morrison / Quitely.

Grant Morrison und Frank Quitely: Flex Mentallo. Man of Muscle Mystery. New York: Vertigo / DC, 2014.

Nur ganz oberflächlich betrachtet ein Superheldencomic. Tatsächlich jedoch ein lässig-ironischer Tölt durch die Möglichkeiten fiktionaler Erzählungen allgemein und der Literaturart Comic speziell.

Gelesen. Eggers.

Dave Eggers: Der Circle. Übertragen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014.

Nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Halt ein funktionales Buch.

Synology Note Station statt Evernote.

Eine ganze Zeit lang habe ich Evernote genutzt, um Notizen zum Unterrichtsablauf etc. zu schreiben, vor allem aber auch eine dienstliche To-Do-Liste zu pflegen. Wenn man die Daten aber auf drei Geräten (heimischer Rechner, Computer in der Schule und Smartphone) stets auf dem selben Stand halten will, möchte Evernote Geld sehen: die Synchronisation von zwei Geräten ist kostenlos, von dreien jedoch nicht.

Was mich bei Evernote immer gestört hat, sind die unterschiedlichen Bedienoberflächen auf verschiedenen Geräten: schnell mal irgendeine Interaktion vorzunehmen war kaum möglich, weil die Konzeption der Oberflächen verschieden war (und gefühlt nach jedem Update neu erwürfelt) und Bedienfelder immer dort, wo ich sie nicht vermutete.

Seit fast zwei Jahren haben wir hier zuhause eine kleine Synology Diskstation stehen, auf der Fotos und Musik für alle Familienmitglieder zugänglich gespeichert sind. Beim Durchstöbern der installierbaren Apps stieß ich auf auf Note Station, ein Programm, das vielleicht nicht alles kann, was Evernote kann, wohl aber alles, was ich von Evernote genutzt habe. Einmal eingerichtet, kann ich von allen Rechnern via Webbrowser oder iOS- bzw. Android-App auf die Note Station zugreifen. Eine Desktop-App gibt es nicht; in Anbetracht der Erfahrungen bei Evernote ist das vielleicht aber auch besser so.

Alle Notizen bei Evernote können in Note Station importiert werden; bei mir dauerte das etwas länger, weil Evernote in einem Rutsch nur eine begrenzte Menge Daten in die Freiheit entlassen will. Sind sie aber erst einmal importiert, habe ich alles bei mir zuhause gespeichert, kann jedoch auch – entsprechend konfigurierter Router vorausgesetzt – von außen darauf zugreifen. Weil es keine Desktop-App gibt, muss zwingend eine Netzanbindung gegeben sein, denn es wird keine lokale Kopie der Daten angelegt.

Zur Zeit funktioniert das – auch mit der iOS-App DS Note – gut; der Evernote-Account kann gelöscht werden.

Was wählen? – Bundestagswahl 2017.

Tl; dr: geh wählen! –

Wie Johnny Haeusler möchte auch ich meine Wahlentscheidung offen legen. Es gilt der übliche Disclaimer: wer kann schon alles gutheißen, was von einer Partei getan und gewollt wird? Da dies vermutlich nicht einmal bei den jeweiligen Spitzenkandidat_innen der Fall ist, geht es um die Größe der Schnittmengen.

Seit vielen Jahren bin ich leidendes Mitglied der SPD und daher habe ich natürlich auch ein SPD-Wählen-Abo. Ich habe allerdings schon abweichend gewählt (beispielsweise Die Piraten ins Europaparlament) und werde es diesen Sonntag mit meiner Zweitstimme wieder tun (Bündnis90/Die Grünen).

Ich nehme am, dass Martin Schulz eine gute Kanzlerin wäre. Allein seine Chancen dafür streben freudig gegen Null, obwohl er ein überzeugender Europapolitiker ist und sich als Kandidat so gut schlägt wie es unter den gegebenen Bedingungen nur möglich scheint.

Daraus ergeben sich meine in erster Linie wahltaktischen Gründe für die Wahl der Grünen: eine linke Mehrheit (SPD/Grüne/Linke), in der ich die SPD hätte stark sehen wollen, ist nicht absehbar. Würde sie wider Erwarten eintreten, würde die Chance möglicherweise wieder nicht genutzt. (Und selbst dann würde eine Stimme für die Grünen nicht schaden.) Eine weitere große Koalition jedoch mag vielleicht der Staatsräson dienen (und wenn sie denn kommt, dann isses halt so), scheint aber der SPD die Substanz zu rauben und bedarf meiner Stimme nicht.

Bündnis 90/Die Grünen haben ein mir unsympathisches Führungsduo und dafür Doc Habeck verworfen. Wie kann man nur? Sie sind aber beispielsweise die einzige Partei, die einigermaßen überzeugend für Tempolimits, eine Reduzierung des Autoverkehrs und andere ökologisch und gesellschaftlich bedeutsame Fragen eintritt. Und in einer möglicherweise dräuenden Koalition mit der CDU (bzw. zusätzlich mit der FDP) möchte ich die Grünen stark sehen.

Die Linke ist mir in einigen Forderungen durchaus nah (und zwar näher als die SPD). Es sind diejenigen Forderungen, die den Neofeudalismus einer vermögenden Schicht im gesamtgesellschaftlichen Interesse einzugrenzen suchen. Die Linke hat aber sowohl unter den Funktionär_innen als auch unter den Wählern zu bedeutende bzw. zu viele, die in ihren Einstellungen der AfD nahe stehen. Auch von ihrer EU-Orientierung bin ich nicht überzeugt.

Der Vollständigkeit halber: natürlich wähle ich nicht die CDU. Angela Merkel braucht meine Stimme nicht und Heiner Geißler ist gerade gestorben.

Die FDP habe ich in der letzten Legislaturperiode nicht vermisst; dass es so viele Apotheker, Zahnärzte und Hoteliers gibt, wie die Wahlumfragen nahelegen, erstaunt mich dann doch. Die Reduzierung der liberalen Idee auf Wirtschaftsliberalität gefährdet sich selbst und die Erweiterung um erratische konservative Elemente macht die Sache nicht besser. Smart zu sein und sich gut zu verkaufen ist zu wenig für meine Stimme.

Die PARTEI ist mir in ihrer ironischen Haltung sehr sympathisch. Ich wähle aber nicht ironisch, sondern in echt, auch wenn du das vielleicht langweilig findest.

Die AfD schließlich halte ich natürlich für unwählbar, übrigens auch und gerade für konservative Wähler_innen. Sie ist nicht eine Partei legitimer Interessenvertretung, sondern des Hasses und der Missgunst. Sie hat in der kurzen Zeit ihres Wirkens das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein gebracht. Kandidat_innen und Sympathisant_innen heißen offen rechtsextreme Positionen gut oder billigen sie zumindest als der Partei Nutzen bringend. Ich hoffe, dass die Demoskopen den Wähleranteil der AfD deutlich zu groß eingeschätzt haben; befürchte jedoch das Gegenteil. Mein einziger Trost: wann immer Rechtsextreme in den letzten Jahrzehnten in deutsche Parlamente gewählt wurden, haben sie sich aufgrund ihrer Unfähigkeit und Ichbezogenheit rasch selbst demontiert. Möge es auch diesmal so sein.

.iso-Image erstellen.

Anscheinend sieht macOS keinen direkten Weg des Erzeugens eines .iso-Images von einer Daten-DVD vor. Der indirekte besteht darin, zunächst das Festplattendienstprogramm aus der eingelegten DVD eine (nur am Mac lesbare) .dmg-Datei erstellen zu lassen und im zweiten Schritt per Terminal-Befehl

hdiutil makehybrid -iso -joliet -o ~/Desktop/TEXCOL2017.iso ~/Desktop/TEXCOL2017.dmg

das .dmg in (auch unter Windows lesbares) .iso zu wandeln. (»TEXCOL2017« ist natürlich durch den richtigen Namen zu ersetzen.) [Via]

Gelesen. Willemsen.

Roger Willemsen: Wer wir waren. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2017.

Keine Zeit hat je eine Öffentlichkeit so mikroskopisch genau zerlegen und detailvergrößern können wie diese. Damit wandelt sich auch die Idee des Adressaten literarischer Botschaften, des Empfängers pathetischer Aufklärungsideen. Unsere Geschichten vervielfältigen sich uns Maßlose, unsere Empathie aber war nicht gleich stark entwickelt. Wer sollte, wer wollte noch teilhaben? Am Ende waren Sprecher, Aussendende, Bedeutung Beanspruchende überall. Da wurde zum regelrecht idyllischen Ort die Sphäre jener, die schwiegen, nicht teilnahmen, sich unscheinbar machten, sich übersehen ließen. [Ebd., 42]