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Gelesen. Keun.

Irmgard Keun: Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften. München: Deutscher Taschenbuch, 1989 (EA 1936).

Vds mit der SPD.

Tscha, nun hat also die SPD auf ihrem Parteikonvent beschlossen, die Vorratsdatenspeicherung doch noch einzuführenwider besseren Wissens des Innenministers Heiko Maas, der in den letzten Tagen in öffentlichen Verlautbarungen zu einem der glühendsten Verfechter seiner persönlich verantworteten Version der Überwachung aller Bürger_innen geworden ist.

Menschlich ist das natürlich alles sehr bedauerlich, hat eine Menge mit Verbiegen können, möglicherweise gar Rückgratlosigkeit zu tun, und dürfte üble Folgen für die Selbstachtung haben.

Politisch heißt es nur, dass wir erneut auf das Bundesverfassungsgericht vertrauen müssen, das die Grundrechte eben nicht so hinwegwischt wie es mancher Innenminister so tut und manche Generalsekretärin im Interesse der Koalitionsräson es für richtig hält (statt sich um die Schärfung des SPD-Profils in Abgrenzung von der Union zu bemühen wie es ihre Aufgabe wäre).

Richard Gutjahr zum Thema.

Harry Rowohlt (1945–2015).

Übersetzte uns Flann O’Brien. Zelebrierte »Schausaufen mit Betonung«. Schrieb uns launig grantige Kolumnen. Las den Kindern liebevoll brummig von Pu dem Bären vor, immer und immer wieder, bis sie hätten auswendig mitsprechen können …

David Hugendicks Nachruf in der Zeit.

MacTeX 2015 / TeXLive 2015.

MacTeX 2015 – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2015 nachzulesen.

Wie gewohnt funktioniert hinterher wieder alles tadellos – am längsten hat (hier in der Provinz) das Herunterladen gedauert.

Zu beachten sind ein paar Erläuterungen von Jürgen Fenn zu einem Bugfix (Setup-2015.pkg im Verzeichnis /Applications/TeX) für die kommende Betriebssystemversion OS X 10.11 »El Capitan«.

Insgesamt bewundere ich wieder, wie problemlos diese Updates über die Bühne gehen, bedenkt man die Größe (4,6 GB) und Komplexität des ganzen Systems. Es gilt nach wie vor, was ich früher einmal schrieb. – Was die TeX-Leute zum großen Teil ehrenamtlich arbeitend hinbekommen, schafft so manche kommerziell arbeitende Firma nicht. Stattdessen gibt’s dann einen ggf. zu erhöhenden Marketing-Etat, der Qualität immerhin behauptet.

Gelesen. Willemsen.

Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2014.

Ein Jahr lang begleitete Roger Willemsen das Geschehen im Bundestag von der Tribüne aus. In seinem Buch berichtet er von seinen Eindrücken, die er während der selbst auferlegten Fron sammeln durfte.

Er schätzt die Einrichtung aus theoretischer Einsicht, verzweifelt aber immer wieder über die tatsächliche Praxis voller eingefahrener Rituale, zu deren häufigsten Beispielen das besinnungslose Lob der Regierungsarbeit (insbesondere der Kanzlerin), Fraktionsscharmützel und die demonstrative Nichtachtung des politischen Gegners gehören.

Wer einen Einblick über Funktionsweise und Dysfunktionalitäten unseres Parlaments bekommen will, lese dieses Buch voller kluger Beobachtungen und Kommentare, die zwischen Bescheinigung guten Willens und Verzweiflung, Verurteilung und wohlangemessenem Unverständnis changieren.

Buch bei Amazon angucken.

Flüchtlinge in Eutin.

Hartmut Buhmann berichtet im Ostholsteiner Anzeiger über das Willkommen von ehrenamtlichen und professionellen in der Flüchtlingsarbeit Engagierten für nach langer Flucht in Eutin Ankommende: parteiübergreifend und gesellschaftlich gegründet ist es in Eutin Konsens, dass »unsere« Flüchtlinge einen herzlichen Empfang ebenso brauchen wie eine gute Betreuung hinterher – bis zum Abschluss ihrer jeweiligen Verwaltungsverfahren.

Dass all dies in einem finanziell und juristisch wenig befriedigenden Rahmen geschieht, ist auf anderer Ebene – Bund bzw. EU – verantwortet; aber ich bin sehr erfreut über die auch in Aktionen wie der oben beschriebenen zum Ausdruck kommenden sehr positiven Stimmung in unserer kleinen Stadt, die das Unzureichende ertragen hilft.