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Lobo und Lauer bei der FAZ.

Sascha Lobo: »Diskussionen auf Twitter enden in so großer Prozentzahl in Katastrophen und Konfrontationen, dass man das schon als systemischen Fehler unterstellen kann.« (In Das Ende der Nerds)

(Dass Twitter gleichwohl für Diskussionen – siehe zum Beispiel der Kanal #edchatde – genutzt wird, erstaunt mich auch immer wieder, geht aber wohl auch mit einer gewissen Leidensfähigkeit und textästhetischen Unempfindlichkeit der Nutzer_innen einher …)

Gelesen. Herrndorf.

Wolfgang Herrndorf: Bilder einer großen Liebe. Berlin: Rowohlt, 2014.

Traurig (die Figuren, die Geschichte, die unvollendete Gestalt, der Tod des Autors).

Lumma vs. Lanier. 0:1 (durch Eigentor).

Nico Lumma tweetet:


– hat eigentlich auch nur einer derjenigen, die Lanier kritisieren, mal den Versuch unternommen, seine Bücher zu lesen? Oder, wenn die Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr reicht, zumindest den Klappentext?

Kleiner Hinweis für das letzte Buch: es geht nicht um die Orientierung an einem Ideal der Vergangenheit, sondern um einen sich aus der Analyse heutiger Verhältnisse ergebenden Entwurf zukünftiger Handlungsmöglichkeiten unter der Voraussetzung fortschreitender Digitalisierung.

Es will Euch also keiner Eure Spielzeuge wegnehmen.

Von gestern.

Ausschnitt aus dem Magazin der FAZZum einen trägt Alexander Graf Lambsdorff, MdEP, eine Erinnerung an frühere Herrschaftsverhältnisse im Namen. Dafür kann er fast nichts. Zum anderen ist er Mitglied der FDP. Dafür schon eher. Zum dritten aber, und das ist das traurige, meint er (im Magazin der Frankfurter Allgemeinen), Asterix sei (nur) etwas für Jungs (siehe Bild). Das ist aus verschiedenen Gründen falsch.

Erstens stützt er diese Aussage auf empirische Erfahrungen im unmittelbaren familiären Umfeld (Sohn schätzt Asterix, Tochter nicht), was aufgrund der Auswahl und der Größe der Probandengruppe zweifelhaft ist und durch Beobachtungen in anderen familiären Zusammenhängen widerlegt werden kann. Zweitens erkennt er kritisch das fragwürdige Frauenbild in den Asterix-Comics (ignoriert dabei jedoch das ebenso fragwürdige Männerbild), folgert daraus aber nur, dass Mädchen sich in diesem nicht wiedererkennen und die Hefte daher ablehnen würden, nicht aber, dass vor diesem Hintergrund die Lektüre für Jungs mindestens ebenso problematisch wäre: lächerlich sind nämlich sowohl die Frauen- als auch die Männerfiguren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Drittens ist das eigentlich Problematische an den Zuschreibungen nicht, was (Frauen- oder Männerfiguren) zugeschrieben wird, sondern dass ihnen etwas (Festes) zugeschrieben wird. Und just diesen Fehler wiederholt Lambsdorff eben auch, wenn er meint, seine zufälligen familiären Beobachtungen generalisieren zu können.

Möglicherweise aber geht es aber den sich an Asterix-Comics Delektierenden um etwas anderes als Frauen- und Männerbilder. Viele der früheren Leserinnen und Leser übrigens sollen sich inzwischen vegetarisch ernähren – obwohl der Konsum großer Mengen Wildschweine ganz offen und unzeitgemäß propagiert wird …

Apfelernte 2014.

Wie im letzten Jahr haben wir auch dieses Jahr über 40 Kilo Äpfel zum Lohnmosten gebracht. Schon vorher hatten wir 25 Halblitergläser Apfelmus eingeweckt und fleißig Apfelkuchen gegessen.

Die Äpfel, die wir am Baum haben hängen lassen, werden in den nächsten paar Wochen weggeknuspert – fürs Lagern haben wir keinen wirklich geeigneten Raum, da müssen wir dann wohl doch wieder zum Obsthof nahebei.

Gelesen. Hillenbrand.

Tom Hillenbrand: Drohnenland. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014.

Firmiert unter »Kriminalroman« – interessanter als die Krimihandlung aber sind die Szenarien der alltäglichen Anwendung von Überwachungstechnologie, die uns hier vorgestellt werden, und die Folgen für die Bürger.

Falls wir ihn unionsweit zur Fahndung ausschreiben, werden zehntausende Kameras und Drohnen vierundzwanzig Stunden am Tag nach seinem Gesicht Ausschau halten. Weglaufen ist zwecklos.

(Ebd., 72)